Pressestimmen

Mainzer Allgemeine Zeitung, 26.06.18

Vorliebe für Musicals

Von Marianne Hoffmann

KONZERT Jugend der Musikvereinigung „Lyra“ zeigt ihr Können

LÖRZWEILER – Cedric Gmach spielt seit drei Jahren Posaune und an diesem wolkenverhangenen Abend hat er den Part des Moderators eines ungewöhnlichen Konzertes im Pfarrgarten übernommen. Die „Lyra“-Jugend der Musikvereinigung Lörzweiler/Mainz-Ebersheim hat geladen, um zu zeigen, was man in drei Monaten und an einem intensiven Workshop-Wochenende schon gelernt hat.

Seit zwei Jahren hat Gabor Rabi die Leitung der jungen Blasmusiker übernommen. Ihre Förderung liegt ihm am Herzen. An diesem Abend spielen sie sich durch die Musik des 20. und 21. Jahrhunderts, gekonnt moderiert von Cedric. „The Avengers“, arrangiert von Alain Silvestre, nimmt den ersten Aufführungsstress der circa zwanzig jungen Bläserinnen, die durch ein paar Erwachsene des großen Orchesters unterstützt werden.

Die ersten Töne sind noch ein wenig unsicher, aber das gibt sich schnell, und die Musiker nehmen Fahrt auf. Viel Freude ist dabei, das spürt auch das Publikum, das entspannt auf Bierbänken im Pfarrgarten Platz genommen hat. Was sie immer wieder an diesem Abend präsentieren, ist ihre Vorliebe zu Musicals. Da gibt es ein Medley aus den Musicals „Grease“ und „West-Side-Story“ ebenso wie eine Abfolge der größten Hits der Kultband „Queens“.

Das Publikum lässt sich zum Mitswingen und Klatschen verführen, die Regenwolken haben ein Einsehen und verziehen sich bei so viel Begeisterung. Beim Song „Cups“ in der Bearbeitung von Johnny Winston stehen fünf Mädchen auf und klopfen mit Bechern auf einen Tisch, klatschen und bestimmen so den Rhythmus des Liedes. Für diese Sondervorführung gibt es natürlich auch Sonderapplaus. Und als „The River Kwai March“ aufgespielt wird, kommt auch das Publikum mit der gepfiffenen Melodie zum Einsatz.

Mit der Zugabe aus der Muppet Show verabschieden sich die jungen Musiker, laden zu einem Glas Wein ein und zu Proben des Orchesters im Gemeindehaus. Nachwuchssorgen scheint man in Lörzweiler nicht zu haben und vor allem viele musikbegabte junge Menschen.

Mainzer Allgemeine Zeitung, 09.05.18

Der Musikverein Mainz-Ebersheim/Lörzweiler spielte sein Jahreskonzert unter dem Motto„Lyra in Love“

LÖRZWEILER – (red). Die Liebe ist eine vielschichtige Angelegenheit. Dass sie nicht nur Herzen, sondern auch Blasinstrumente in besondere Schwingungen versetzt, belegte der Musikverein „Lyra“ Mainz-Ebersheim/Lörzweiler bei seinem Jahreskonzert in der proppenvollen Hohberghalle. „Lyra in Love“ hieß das Motto des Konzerts, das von Dr. Eva Vollmer wieder gewohnt kreativ-humorvoll präsentiert wurde.

Ungewöhnlich der Auftakt mit der Anfangsfanfare aus Paul Dukas‘ Ballett „La Peri“. Das impressionistische Stück mit seinem Wechsel aus mächtigen Akkorden der Blechbläser und schwebenden Holzpassagen, Akkordschichtungen und Dissonanzen bot ein Klangerlebnis, das in Blasmusikkonzerten eher selten zu hören ist. Und was hat das Ganze mit Liebe zu tun? Das Ballett basiert auf einer persischen Sage, in der Alexander der Große auf der Suche nach der Blume der Unsterblichkeit ist. Er findet sie in der Fee La Peri, in die er sich sofort verliebt.

Eindeutiger sind die Bezüge zum Leitmotiv des Konzertes in Rimsky-Korsakovs „Love Theme“ aus „Sheherazade“ in der jazzigen Version Sammy Nesticos und Jacob de Haans von Blasorchestern gerne gespieltem „Concerto d‘amore“. Vor allem Nesticos Mischung aus klassischer Ballade und Jazz-Walzer forderte die volle Konzentration der 53 Musikerinnen und Musiker, die von Dirigent Reinhold Mai einmal mehr zu einer beeindruckenden Konzertleistung geführt wurden. Seit 24 Jahren steht Mai am Pult, der bei der Lyra vor knapp vier Jahrzehnten das Posaunenspiel erlernte, das er bei einem Studium an der Essener Folkwang-Schule perfektionierte und heute als Mitglied des Landespolizeiorchesters beruflich praktiziert.

Bühnenwerke wie Paul Linckes „Frau Luna“ oder Filmmusik wie Alan Menkens „Beauty and the beast“ erzählen ungewöhnliche, ja fantastische Liebesgeschichten. Bei beiden Medleys überzeugte das Orchester durch feine Dynamik und Spielfreude. Die war bei Johann Strauss‘ (Sohn) Schnellpolka „Vergnügungszug“ quasi Programm – ausgedrückt durch die von Schlagzeuger Dominique Deiß lautstark eingesetzte Trillerpfeife.

Bei Leonard Bernsteins Vertonung des klassischen Romeo-und-Julia-Stoffs gelang der Brückenschlag vom Heute zum Morgen, denn beim Medley aus der „Westside Story“ musizierte die Lyra unter der Leitung von Gabor Rabi mit ihrem Jugend-Orchester gemeinsam auf der Bühne – auf der bei nahezu 70 Musikanten kein Quadratzentimeter mehr frei war. Zurück zu Bernstein, der „West Side Story“ und dem „Mambo“ daraus. Es war das rhythmisch und spieltechnisch anspruchsvollste Stück des Abends, das vom Orchester vorzüglich gemeistert wurde. Ähnliches gilt für Shin Kazuharas „Samba de Loves You“. Mit Mathias Rauchs Polka „Böhmische Liebe“ und Wayne Shanklins „Chanson d‘amour“ (Solist: Markus Deiß am Tenorsax) bewies die Lyra, dass sie auch in der Unterhaltungsmusik sattelfest ist, bevor mit John Miles Kult-Ballade „Music“ (Solistin: Ute Mai-Leis am Altsax) ein fulminanter Schlusspunkt gesetzt wurde.

Doch das Ende des Konzertes war das freilich nicht, denn nach zwei Zugaben, holte Mai seinen Vorgänger Vinzenz Christ auf die Bühne. Der 88-jährige Lyra-Ehrendirigent zeigte beim „Mars der Medici“, dass er Orchester und Publikum nach wie vor fest im Griff hat. So endete ein liebevolles Konzert, in dessen Verlauf Flötistin Monika Lang für ihre 40-jährige Orchesterzugehörigkeit geehrt wurde.

Mainzer Allgemeine Zeitung, 15.05.17

Geschliffene Darbietung im Zeichen des Diamanten

Musikverein Lyra Ebersheim/Lörzweiler demonstriert musikalischen Facettenreichtum beim Jahreskonzert
Von Nicole Weisheit-Zenz
EBERSHEIM – Ein riesiger funkelnder Diamant als Blickfang über der Bühne, auf Plakaten und Programmheften stand für das Motto „facettenreich“. Zum Jahreskonzert in der Töngeshalle präsentierte der Musikverein Lyra Ebersheim/Lörzweiler die beeindruckende Vielfalt an musikalischen Möglichkeiten, Stilen und Instrumentengruppen. Meisterhaft und unterhaltsam dargeboten wurde ein über zweistündiges, sehr hörenswertes Konzertprogramm mit Dirigent Reinhold Mai, amüsant moderiert von Eva Vollmer und Matthias Schreiber.
Königlich begrüßt wurden die Zuhörer aller Generationen vom großen Blasorchester mit mehr als 40 Musikerinnen und Musikern mit Händels „Ankunft der Königin von Saba“, prunkvoll und anmutig. In wunderbarem Zusammenklang wurde auch die Suíte Pernambucana de Bolso gespielt, mit temporeicher und temperamentvoller Rhythmik brasilianischer Musik. Gustav Holst hatte sich bei seiner „Second Suite in F“ von englischen Folksongs inspirieren lassen. Man konnte förmlich einen Schmied hämmern sehen und anschließend „Don Quixote“ reiten.
Als „gute Seele der Lyra“ und tatkräftiger Notenwart und Kassierer wurde Markus Deiß mit der goldenen Vereinsnadel für 40-jähriges Engagement ausgezeichnet. Eine Anerkennung für 50 Jahre aktives Musizieren erhielt Alfred Muscheid; es gratulierte auch der Diözesanverband der Bläserchöre im Bistum. Sieben junge Musiker spielten ihr Premierenkonzert im großen Orchester, weitere Aktive sind willkommen.
Mit dem schwungvollen Marsch „Salemonia“ von Kurt Gäble startete der zweite Konzertteil, in dem sich verschiedene solistische Besetzungen vorstellten: Die Blechbläser brachten die „Tanzenden Trompeten“ von Hugo Strasser und Claus Ogermann auf die Bühne, beschwingt wirkten auch die Flöten bei „Opus Two“ von Warren Barker. Stimmungsvoll daher kam die „Bayrische Polka“ für Posaune, lebensfroh wirkte die „Klarinetten-Parade“. Die Lacher auf ihrer Seite hatte Eva Vollmer, die sich auf einer imaginären, doch stilecht ratternden alten Schreibmaschine richtig ins Zeug legte, beim Stück „The Typewriter“ von Leroy Andersen. Showtalent zeigte sie auch mit Boxhandschuhen, bei der kraftvollen Filmmusik zu „Rocky“. Zur Zugabe stand Ehrendirigent Vinzenz Christ am Pult, viele klatschten mit beim Marsch „Alte Kameraden“.

Mainzer Allgemeine Zeitung, 04.05.16

„Heiße Kiste“ in der Hohberghalle

KONZERT Musikverein Mainz-Ebersheim/Lörzweiler präsentiert bei „Lyra on Fire“ brandgefährliches Programm
LÖRZWEILER – (red). Dirigent Reinhold Mai hatte nicht zu viel versprochen, als er ankündigte, das Jahreskonzert des Musikvereins Lyra Mainz-Ebersheim/Lörzweiler werde eine „heiße Kiste“. Moderatorin Eva Vollmer war bei ihren Ansagen während des zweistündigen Geschehens sogar so heiß gelaufen, dass sie sich am Ende ein Glas Wasser über den Kopf kippen musste, um sich abzukühlen. „Lyra on fire“ lautete das Motto. Ein Motto, das gleichzeitig Programm war, denn jedes Werk führte den Begriff „Feuer“ in seiner Titelzeile.
Feierte das Orchester im vergangenen Jahr sein 111-jähriges Bestehen und veranstaltete angesichts dieser Schnapszahl ein „total verrücktes“ Konzert, war es diesmal erneut die Jahreszahl, die Pate für das Motto stand: 112 – die Rufnummer der Feuerwehr. „Eine Idee, die im Scherz geboren wurde, begeisterte, ja entflammte die Gemüter des Verantwortlichen schnell“, so die Zweite Vorsitzende Anne Karcher.
Das Ergebnis konnten nun die Besucher in der Lörzweiler Hohberghalle hören. Mit Steve Reinekes „Rise of the firebird“ nahm das musikalische Geschehen auch gleich einen feurigen Auftakt. War es bei diesem Stück Hornist Felix Holdenried, der als Solist überzeugte, beeindruckte Martin Bäßler an der Piccolo-Trompete bei der Ouvertüre zu Georg Friedrich Händels „Feuerwerksmusik“.
Das zentrale Werk des musikalischen Feuersturms, bei dem Ute Leis am Dirigentenpult stand, war indes „Goddess of fire“, ebenfalls aus der Feder Steven Reinekes. Darin erzählt der Amerikaner Geschichten rund um die hawaiianische Feuergöttin Pele. Ein farbiges Werk mit lyrischen Cantilenen und bombastischen Vulkanausbrüchen. Letztere wurden vor allem vom Schlagwerk, allen voran Kesselpauker Alfred Muscheid, klanglich in Szene gesetzt. Monika Lang und Patricia Bär spiegelten an der Solo-Querflöte die sanftmütige Weiblichkeit der ansonsten so furiosen Göttin wider.
Wie bei der Lyra durchaus üblich, verabschiedete das Orchester das Publikum mit einer komödiantischen Einlage in die Pause. Bei Josef Strauss‘ „Feuerfest Polka“ agierten Claas Weinandi und Christian Gilsdorf als Solisten am Amboss, wobei Letzterer seinem Mitstreiter zeigte, wo der musikalische Hammer hängt.
Gemeinsam mit dem Jugend-Orchester entzündete der Musikverein Mario Bürkis „Indian Fire“. Ein Originalwerk für Blasorchester, das gespickt ist mit ungewöhnlichen Spieltechniken. Zuvor stellte der Lyra-Nachwuchs bei zwei Stücken unter Beweis, dass Dirigentin Tamara Korn gute Arbeit leistet. Bei „Adele 21“ und dem Hit „Set Fire to the Rain“ der Pop-Diva sowie den größten Erfolgen von „Earth, Wind & Fire“ groovte das Orchester, während es bei Norman Tailors „Fireman‘s Party“ und Ernst Hutters Hommage an Ernst Mosch „Das Feuer brennt weiter“ eher traditionell zuging. Apropos: Bei der Hutter-Polka glänzten Ute Leis und Stefan Gilsdorf als „Marianne und Michael“-Double. Nach zwei Zugaben, einem fulminanten „Jackson Five“-Medley und dem Mars der Medici unter dem 86-jährigen Ehrendirigenten Vinzenz Christ, endete ein Konzert, das einer Zuhörergruppe besonderen Spaß gemacht hat: den Delegationen der Ebersheimer und Lörzweiler Feuerwehr.
EHRUNG – Lyra-Vorsitzender Stefan Deiß ehrte Fred Hawryluk für 40-jährige aktive Musikertätigkeit mit der goldenen Ehrennadel des Vereins.Friedrich Heck vom Diözesanverband der Bläserchöre im Bistum Mainz ernannte Hawryluk zum Ehrenmitglied des Verbandes.

Mainzer Allgemeine Zeitung, 13.05.15

Rosamunde und der weiße Bademantel

LYRA Musikverein feiert 111-jähriges Bestehen mit Festkonzert der etwas anderen Art / Auftakt mit Narhalla-Marsch
Von Gerd Plachetka
EBERSHEIM – „111 Jahre Lyra“ – welch ein fastnachtliches Jubiläum! Keine Sorge: Die Kampagne wurde noch nicht eröffnet, aber närrisch, originell und abgedreht hatten die Aktiven des „Musikvereins Lyra Mainz-Ebersheim/Lörzweiler“ ihr Jahreskonzert in der Töngeshalle dann doch präsentiert.
Eins gleich vorweg: Die Zuschauer erlebten zwei spielfreudige Orchester, inszenatorische Hingucker und anspruchsvolle und dramaturgisch ansprechende Musikstücke. Kurzum: ein in allen Belangen gelungener Abend und ein begeistertes Publikum in der voll besetzten Ortshalle.
Den Auftakt machte tatsächlich wie in einer echten Karnevalssitzung der Narrhallamarsch, der in der „Urfassung“ von Adolphe Adam aus dessen Oper „Der Brauer von Preston“ vom großen Orchester markant in Szene gesetzt wurde. Diesen Marsch, der vielen Bürgern besonders an Herz gewachsen ist, hatte Carl Zulehner, Regimentskapellmeister und Gründungsmitglied des MCV im 19. Jahrhundert durchgängig bis heute zum Mainzer Dauerbrenner gemacht. Dirigent Reinhold Mai – vom Musikverband zuvor für sein langes Wirken „geadelt“ – erschien anschließend als Charles Chaplin und intonierte den gleichnamigen Titel, der musikalisch an die großen Zeiten des Stummfilms und die körperbezogene Komik des Slapsticks erinnerte.
Das Jugendorchester unter Leitung von Tamara Korn ließ gedanklich die Schneekönigin aus Christian Andersens Märchen tanzen und spielte mit „Music from Frozen“ die Titelmelodie aus dem Walt Disney- Animationsfilm.
Dann übernahm wieder das große Orchester den Takt. Unter Leitung von Ute Leis wurde die Vielseitigkeit des Orchesters auf die Probe gestellt.
Ein bayerisches Alphornbläser-Potpourri mit Kuhglocke stimmte ein, ein musikalisch wildernder Tubaspieler wurde „erschossen“, mit Bahre hinaus getragen, kehrte als spanischer Reiter auf die Bühne zurück um zum Abschluss fröhlich Can-Can tanzen zu können.
Die Stimmung in der Töngeshalle erreichte den Siedepunkt. „Papa ante portas“ und der Einkaufsdirektor Heinrich Lohse führten so manchem Besucher nochmals die Filmkomödie von Loriot vor Augen. Moderatorin Eva Vollmer, die witzig humorvoll während des gesamten Konzerts in viele Masken geschlüpft war, erschien dann im weißen Bademantel.
Selbst die Volksmusikfreunde wurden mit der Zugabe und „Rosamunde“ noch musikalisch bedacht.

Mainzer Allgemeine Zeitung, 22.05.14

Ein Nachmittag voller Emotionen

KONZERT Beim Lyra-Konzert in Lörzweiler legten mit Vinzenz Christ und Robert Lang zwei Urgesteine die Instrumente aus der Hand
Von Thomas Ehlke
Am Weißen Sonntag 1944 erlebten Posaunist Christ und Klarinettist Lang ihr Debüt bei der Lyra. Nach dem Krieg hatten beide maßgeblichen Anteil am Aufbau der katholischen Kirchenmusik Lörzweiler, die 1960 mit jener aus Ebersheim fusionierte. Christ leitete das Oberstufenorchester über 25 Jahre, genauso lange firmierte Lang als Zweiter Vorsitzender. „Nun möchten beide ihren aktiven Dienst beenden – mit 84 dürfen sie das“, stellte Muscheid, der selbst 18 Jahre dem Verein vorstand, in seiner Laudatio fest. Die mit der Landesverdienstmedaille ausgezeichneten Musiker hätten, so Muscheid, enorm viel für ihren Verein geleistet und seien ein großes Vorbild für alle Orchestermitglieder.
Dass der Diözesanverband der Bläserchöre im Bistum Mainz nun schon zum wiederholten Male seine Ehrungsordnung habe ändern müssen, verdeutlichte dessen Vizepräsident Klaus Ohl, der Christ und Lang die sozusagen für sie neu geschaffene goldene Ehrennadel mit Eichenkranz ans Revers heftete. „Sich über eine so lange Zeit zu engagieren, geht nicht ohne sehr viel Herzblut für den Verein und die Musik“, betonte Ohl. Lyra-Vorsitzender Stefan Deiß bezeichnete die beiden Jubilare als „das Maß aller Dinge“.
Zum Abschied bescherte der Musikverein Lyra seinen Urgesteinen ein ebenso beziehungsreiches wie ergreifendes musikalisches Geschenk. Christs Tochter, Opernsängerin Judith Christ-Küchenmeister, sang Andrea Bocellis Ballade „Time to say goodbye“, begleitet vom Orchester, das gewohnt souverän von Reinhold Mai geleitet wurde. Mai übernahm beim Jahreskonzert vor genau 20 Jahren den Taktstock von Vinzenz Christ. Der schwang bei der Zugabe den Taktstock beim „Alte Kameraden“-Marsch.
Abschied und Neubeginn liegen auch bei der Lyra dicht beieinander, denn Vorsitzender Stefan Deiß konnte mit Adrian, David und Julian Lang, Lena Mai, Miriam Ries, Alexandra Steffens, Steffen Melies und Dominik Schmitz gleich acht junge Musikerinnen und Musiker aus dem eigenen Jugendorchester in den Reihen des großen Orchesters begrüßen, das nun 50 Mitglieder zählt.
„Mit Musik gehen wir auf Reisen“ lautete das Motto des aktuellen Jahreskonzertes, durch das „Stewardess“ Eva Vollmer kenntnisreich und humorvoll führte. Stationen der musikalischen Weltreise: Philipp Sparkes „To a new dawn“, Robert Finns „La Cucina Italiana“ oder Lumbyes bekannter „Champagner Galopp“. Stärkster musikalischer Moment war der Blues „Feeling Good“ mit dem 14-jährigen Adrian Lang als Solist an der Posaune, bevor dann mit „Children of the Amazonas“ ein pulsierender Schlusspunkt gesetzt wurde.
EHRUNGEN
Für 50 Jahre aktives Musizieren wurde Ottmar Vollmer mit der goldenen Ehrennadel des Diözesanverbandes ausgezeichnet.
Vorsitzender Stefan Deiß erhielt für 40 Jahre aktives Musizieren die silberne Ehrennadel mit Goldkranz und wurde zum Ehrenmitglied des Verbandes ernannt. Zudem ehrte der Verein ihn mit der goldenen Ehrennadel.

Mainzer Allgemeine Zeitung, 16.04.14

Musiker mit Herz und Seele

LYRA-URGESTEINE Vinzenz Christ und Robert Lang stehen nach 70 Jahren vor letztem Auftritt
Von Ali Reza Houshami
Erzählen Vinzenz Christ und Robert Lang von Vergangenem, schauen sie sich an, korrigieren sich wenn nötig, ehe sie gemeinsam zurückblicken. Vor ihnen auf dem Tisch befinden sich zwei Prachtstücke. Die Klarinette, die eben noch verstaut im Koffer lag, gehört Lang. Die goldene Posaune daneben seinem Gegenüber. „Wir kennen uns, seit wir Kinder sind“, berichtet Christ. Ein Lächeln macht sich bei ihm breit. Die beiden Männer sind nun 84 Jahre alt. Viel haben sie zusammen erlebt. Besonders intensiv und lange teilen sie vor allem eine Leidenschaft: Musik.
Unzertrennlich
Wenige Häuser trennten die Wohnungen der Familie Lang und Christ damals, noch heute wohnen die Ur-Lörzweiler wenige Schritte voneinander entfernt. Nicht ohne Grund, wie sich herausstellt: „Unsere Mütter waren Cousinen“, klärt Lang auf. Gemeinsam gingen sie in den Kindergarten, besuchten anschließend die gleiche Schule, bevor Christ und Lang jedoch unterschiedlichen Interessen nachgingen. Christ machte eine Ausbildung zum Tapezierer, ehe er in die Verwaltung beim Autohaus Opel einstieg. Sein Freund Lang fing hingegen eine Lehre als Bau- und Möbelschreiner an. Unterschiedlich die Berufe, getrennte Wege gingen die inzwischen pensionierten Herren aber nie.
„In unserer Kindheit gab es natürlich keine Fernseher, keine Computer. Da waren die Eltern froh, wenn wir ein Hobby hatten“, berichtet Christ über die sozialen Verhältnisse vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg. Sport war eine Möglichkeit der Beschäftigung. Aber durch Umstände und Zufälle fanden die heutigen Familienväter eher gefallen an der Musik. Nachdem Christ und Lang im Kindesalter im Chor des Kirchenvereins Lörzweiler aktiv waren, entdeckten sie ihre musikalische Begabung später auch beim Spielen von Instrumenten: „Mein Bruder spielte Posaune. Als er in den Krieg zog, wurde ich neugierig und probierte mich daran“, erinnert sich der zweifache Vater Christ an seine musikalischen Anfänge. Lang, ebenfalls Vater von zwei Kindern, spielte zunächst Tuba. Dass neben der Posaune von Christ nun eine Klarinette auf dem Tisch liegt, und nicht das besagte Musikinstrument, hat einen besonderen Grund. „1944 traten wir dem Musikverein Lyra bei. Dort spielten zu viele Musiker Tuba, so dass ich auf Klarinette umstieg“, klärt Lang auf.
Stichwort Lyra: Keineswegs eine Vereinsmitgliedschaft nur aus Zeitvertreib, sondern vielmehr eine Herzensangelegenheit. Treffender ließe sich die 70-jährige Verbundenheit der beiden Herren mit dem Verein aus Mainz-Ebersheim/Lörzweiler wohl nicht ausdrücken. Lobenswert nicht nur die musikalische Leistung, die Christ und Lang über Jahrzehnte im Orchester vollbrachten. Auch das ehrenamtliche Engagement der beiden Männer gebührt Respekt, die bereits mit der Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz durch Landrat Claus Schick ausgezeichnet wurde. Während Christ Mitbegründer und 1. Vorsitzender des Musikvereins war und ein Vierteljahrhundert als Dirigent fungierte, initiierte Lang als 2. Vorsitzender den Zusammenschluss der ehemals getrennten Musikvereine aus Ebersheim und Lörzweiler. Neben den wichtigen Positionen, die sie übernahmen, warb und bildete das Duo hauptsächlich den Nachwuchs bei Lyra aus.
Letztes Konzert
Doch der Abschied der Lyra-Urgesteine steht kurz bevor. Am 18. Mai geben die Musiker ihr letztes Konzert vor heimischer Kulisse, in der Lörzweiler Kirche. „Die Zunge macht nicht mehr mit“, gibt Christ gesundheitliche Gründe für den Ausstieg an. Er lacht und nimmt es mit Humor. Seinem Freund Lang geht es nicht anders, der aber klar in Worte fasst, was beide fühlen: „Trotzdem werden wir dem Verein dienen, so lange uns die Füße tragen.“ Zwar inaktiv, aber dafür weiterhin mit Herz und Seele. „Der Verein hat uns nämlich viel zurückgegeben“, betont Lang, bevor er das Wichtigste herausgreift: „Eines davon ist Freundschaft.“

Mainzer Allgemeine Zeitung, 30.04.13

Musikalische Bilder einer Weltreise

KONZERT Lyra nimmt Lörzweiler Publikum mit in verschiedene Metropolen / Orchesternachwuchs gibt „Gangnam Style“ zum Besten
Von Margit Dörr
Unter dem Thema „Metropolen“ hatte der Musikverein Lyra Mainz-Ebersheim/Lörzweiler zu seinem Jahreskonzert in die Hohberghalle eingeladen. Als Stadtführerin mit blauem Regenschirm nahm die Moderatorin des Abends, die schlagfertige Posaunistin Eva Vollmer, die Gäste mit auf die Reise in einige Großstädte dieser Welt.
Der erste Besuch führte nach London, erkennbar an dem würdigen Marsch, „Pomp and Circumstance“, der fast so beliebt wie die englische Nationalhymne ist. Beschwingt dagegen erklangen die Prager Walzer von Antonin Dvorak, die Josef Jiskra für symphonisches Blasorchester bearbeitet hat. Besonders die Werke „Tokio Adventure“ von Luigi di Ghisallo und die „New York Overture“ von Kees Vlak – übrigens derselbe Komponist, nur verschiedene Namen – malten musikalische Bilder.
Die Größe und Bedeutung der jeweiligen Stadt setzte das Orchester unter der Leitung seines Dirigenten Reinhold Mai kraftvoll um. Verhalten anrührend interpretierte es dagegen die Begegnung mit einer japanischen Geisha, und typisch asiatische Tonfolgen ließen die trippelnden Schritte der Japanerinnen bei der Teezeremonie fast hörbar werden. Genauso lebendig erschien das umtriebige Geschehen in der Fifth Avenue in New York oder dagegen die Ruhe und Ehrfurcht in der Sankt Patrick’s Cathedral. Mit einem „swingigen“ Trompetensolo erfolgte der Besuch in Harlem.
„Meenz bleibt Meenz“
Etwas gewöhnungsbedürftig dagegen erschien die Musik des Norwegers Jan Magne Forde, der mit dem Stück „Seterslatt“ in seine nordische Heimat entführte. Die Reise durch die Metropolen der Welt endete schließlich wieder in Deutschland mit Paul Linckes bekanntem Marsch „Berliner Luft“, und ganz zum Schluss kamen alle wieder mit „Meenz bleibt Meenz“ zu Hause an.
Auch der Nachwuchs des Orchesters kann sich hören und sehen lassen. Unter der Leitung von Sebastian Helm präsentierten die Kinder und Jugendlichen selbstbewusst die beiden Stücke „Rockin’ All Over the World“ und den Ohrwurm aus dem neuesten James Bond Film „Sky Fall“. Unter dem Motto „Es mischt sich Groß und Klein“ gesellten sich die Musiker des großen Orchesters dazu, und alle zusammen gaben den Rap-Song „Gangnam Style“ in Blasorchester-Variation zum Besten.
Neben den musikalischen Darbietungen gehörten auch Ehrungen zum Programm. So überreichte der Zweite Vorsitzende Stefan Deiß den Cousins Bernward und Karlheinz Lang die goldene Vereinsnadel. Beide sind 40 Jahre im Orchester aktiv, und dies nicht nur als Instrumentalisten, sondern Bernward als Schriftführer und Karlheinz als zweiter Dirigent. Peter Höflich, der Präsident des Diözesanverbands der Bläserchöre, ernannte sie zu Ehrenmitgliedern des Verbandes. Die beiden Langs haben ihre Freude an der Musik auch an ihre Kinder weitergegeben. So spielen zwei Töchter von Karlheinz Lang und die drei Söhne von Bernward Lang ebenfalls im Verein.

Mainzer Allgemeine Zeitung, 27.06.12

Selbstbewusst erste Schritte auf der großen Bühne

JAHRESKONZERT Jugendorchester des Musikvereins Lyra bieten bunte Mischung / Dirigentin Ute Leis verabschiedet
(te). 60 Jungen und Mädchen an Schlagwerk, Holz- und Blechblasinstrumenten und ein bunt gemischtes musikalisches Programm waren die Zutaten des Jahreskonzerts der beiden Jugendorchester des Musikvereins Lyra Mainz-Ebersheim/Lörzweiler in der Hohberghalle.
Den Anfang machte das Nachwuchsorchester mit Stücken wie „Band on Parade“, „Blues for Flutes“ oder dem „Power Rock“. Obwohl sie erst wenige Monate zusammenspielen, zeigten die Jüngsten des 108 Jahre alten Vereins, dass sie fleißig geübt haben. Unter der Leitung von Sebastian Helm unternahm der Nachwuchs selbstbewusst seine ersten konzertanten Schritte. Gemeinsam mit dem großen Jugendorchester führte man das von Blasmusikvereinen gern gespielte Medley „The Cream of Clapton“ auf. Die „Großen“ hatten sodann ein ehrgeiziges Repertoire auf den Notenpulten liegen, das einige Klippen aufwies, die aber souverän umschifft wurden. Film und Fernsehen war der Leitfaden des klingenden Streifzugs. Die Cineasten und TV-Fans unter den Gästen kamen bei Werken wie „Marching through the Movies“, „Police Academy“, „Thriller“, „Axel F“ oder dem Al Bundy-Klassiker „Love and marriage“ voll auf ihre Kosten. Solistisch überzeugten die Trompeter Julian Lang und Mika Schellenberger beim legendären „Mitternachtsblues“.
Mit anhaltendem Schlussapplaus erklatschten sich die Zuhörer mit „Smoke on the water“ eine rockige Zugabe. „Man muss, um dem musikalischen Anspruch gerecht zu werden, mehr Zeit investieren, als wenn man mit Erwachsenen arbeitet“, antwortet Sebastian Helm auf die Frage, welche Herausforderung denn mit der Leitung eines Jugendorchesters verbunden sei. Eine große Portion Geduld sei Grundvoraussetzung. Doch die hat der 26-jährige Student an der Hochschule für Musik in Mainz. „Ich arbeite gerne mit jungen Leuten. Man muss dabei Regeln aufstellen und Grenzen definieren“, bemerkt der Südhesse, der die beiden Orchester im März von Ute Leis übernommen hat.
Die bisherige Dirigentin der Lyra-Jugend wurde vom Vorsitzenden Alfred Muscheid verabschiedet. Er dankte Ute Leis für deren „hervorragende Arbeit mit unseren jungen Leuten“ und überreichte als äußeres Zeichen dieses Dankes zwei Konzertkarten für die „Wise Guys“. Für den Lyra-Nachwuchs fand Sarah Reuter warmherzige Worte des Dankes. Ute Leis hat fortan stets einen VIP-Platz in der ersten Reihe der Jugendorchester-Konzerte. Außerdem soll sie ein Fotobuch an die gemeinsame Zeit erinnern.

Mainzer Allgemeine Zeitung, 16.05.2012

„Magische Nacht“ mit Lyra

JAHRESKONZERT Musikverein präsentiert sich facettenreich / Jugend erntet viel Applaus
Von Laura Dein
Ein musikalisches Feuerwerk hat das Blasorchester des Musikvereines Lyra in der Töngeshalle entfacht. Der Musikverein Lyra Mainz-Ebersheim/Lörzweiler hatte zu seinem Jahreskonzert geladen und begeisterte eine gut gefüllte Halle in Ebersheim mit einem anspruchsvollen und abwechslungsreichen Programm.
Vom Orient in den Dschungel
Auch der optische Eindruck der adrett in blau, braun und weiß gekleideten Musiker sprach für die Ausstrahlung des etablierten Ensembles. Der Abend stand ganz unter dem Motto „Magische Nacht“. Dass es eine magische Nacht wurde, bewiesen die Musiker und ihr Dirigent Reinhold Mai bereits bei ihrem ersten Stück. Bei dem Titel „Aladdin“ (Musik: Alan Menken und Tim Rice, Arrangement: John Glenesk Mortimer) verzauberten sie das Publikum mit orientalischen Klängen. Perfekt machte das Ganze noch eine Bauchtänzerin, die mit ihrem funkelnden Paillettenkleid die Hüften schwang und durch den Raum tanzte.
Beim zweiten Titel blieb es außergewöhnlich. Das Orchester, das aus 45 Männern und Frauen besteht, spielte einen jiddischen Titel aus dem 16. Jahrhundert. „Klezmer Classics“ (Musik: Johann de Meij) begeisterte das Publikum durch ungewöhnliche Töne und einen schnellen Rhythmus, der zum Mitwippen ermutigte.
Wild ging es bei dem Song „Jungle“ (Musik: Thomas Doss) zu. Dabei unterstützen die Jungmusiker der Lyra-Jugend das Große Orchester. Zwischen den Klängen von Saxophon, Trompete und Klarinette hörte man auch Trommeln, Zischlaute und Affengeschrei – die Zuschauer fühlten sich wie im Dschungel. Auch als die Lyra-Jugend unter der Leitung von Sebastian Helm allein auf der Bühne aufspielte, standen die jungen Musiker den Großen in nichts nach. Mit dem Klassiker „Axel F“ (Musik: Harold Faltermeier, Arrangement: Frank Bernaerts) bewiesen sie ihr Können und ernteten dafür vom Publikum viel Applaus. Und auch mit dem Exoten im Programm, „Gloria Estafette (Musik: Gloria Estefan, Arrangement: Peter Kleine Schaars), verzauberten sie das Publikum, schufen lateinamerikanisches Flair in der Töngeshalle und präsentierten eine weitere Facette ihres Könnens. Zum Abschluss gaben die Musiker „Classic Rock“ zum Besten, bei dem die größten Erfolge der legendären Rockbands Genesis und Queen in einem reizvollen Medley präsentiert wurden. Bei „We are the champions“ hielten die Zuschauer Feuerzeuge in die Luft und sorgten damit für eine fantastische Atmosphäre.

Mainzer Allgemeine Zeitung, 23.05.2011

Musik wie Popcorn

KONZERT Jugendorchester Lyra spielt Haydn, Queen und Nena
Von Clarissa Gröschen
Wenn Instrumente „aufploppen wie Popcorn“, dann ist der Grund bestimmt die „Popcorn-Prelude“, wie sie das kleine Jugendorchester des Musikvereins „Lyra Mainz-Ebersheim/Lörzweiler“ am Samstag spielte. Unter der Leitung von Ute Leis präsentierten etwa 60 Nachwuchsmusiker Pop- und Rock-Stücke.
Obwohl die 16 jüngsten Musiker erst seit September als Ensemble proben, spielten sie begleitet von Beifallsrufen und Applaus facettenreiche Stücke. „Wir ‚Alten‘ müssen uns anstrengen, um mithalten zu können“, lobte der Vereinsvorsitzende Alfred Muscheid den Nachwuchs
„Wie bei aufploppendem Popcorn“ zeigten die Instrumentalisten im Wechsel ihr Können oder zauberten moderne Klassiker wie „We Will Rock You“ aus ihrem Repertoire. „Sie werden hier bestimmt nicht einschlafen“, kündigte der zwölfjährige Jannik einen weiteren Titel an, bei dem er das Publikum nach Haydns Vorbild mit einem „Paukenschlag“ überraschte. In Abwechslung zur musikalischen Gestaltung brachten Überleitungen und Erklärungen aus Kindermund die Zuhörer zum Schmunzeln.
Auch die etwa 40 Jugendlichen des zweiten jungen Blasorchesters schlugen beschwingte Töne an. Moderne Filmmusik aus Shrek und Tarzan hatte dabei ebenso ihren Platz wie Medleys von Eric Clapton, Nena oder der Band Toto, denen der Abend sein Motto „Total Lyra“ verdankte.
Die ehemalige Berufsdirigentin Ute Leis, die nun als Musiklehrerin und -pädagogin arbeitet, meinte: „Mir macht es mehr Spaß, mit Kindern zu arbeiten. Erwachsene sind Profis. Aber bei Kindern weiß man nie, wie es klappt und wie die Entwicklung ist.“

Mainzer Allgemeine Zeitung, 16.04.2011

Lyra-Konzert begeistert Publikum

Von Udo Einhäuser
Ein musikalisches Feuerwerk entfachte das Blasorchester des Musikvereines Lyra in der katholischen Kirche St. Michael in Lörzweiler. Die Lyra Mainz-Ebersheim/Lörzweiler hatte zu einem Benefizkonzert zugunsten der Stiftung „Go(o)d Will“ eingeladen und sehr viele Musikliebhaber waren gekommen.
Eröffnet wurde das Konzert mit der Festmusik der Stadt Wien (Musik: Richard Strauss, Arrangement: Peter King). In die Welt des Mittelalters entführte die Lyra die Zuhörer mit der „Saga-Ballettmusik“ (Musik: Kurt Gaeble). Dabei fühlte man sich in eine Ballettaufführung versetzt. Durch das Weltall schwebten die Zuhörer bei der Jupiter-Hymne (Musik: Gustav Holst: Arrangement: Johann de Meij).
Beim Duettino (Musik: Franz Albert Doppler, Arrangement: Gottfried Veit) für zwei Flöten und Orchester verspürte man eine große Leichtigkeit. Gelungen und bemerkenswert war das Zusammenspiel zwischen den Solistinnen Patricia Bär und Monika Lang und dem Orchester. Auch bei dem Stück Fanfare e Danza (Musik: Klaus-Peter Bruchmann) ist besonders die Solistin Nina Adrian (Altsaxophon) zu erwähnen. Auch bei dieser Darbietung fügten sich Solistin und Orchester nahtlos ineinander zu einer zauberhaften Melodie.
Sehr emotional dargeboten wurde das Stück Greensleeves (Arrangement: Alfred Reed); die Zuhörer wurden auf die „Grüne Insel“, in das Land der Träume und Fantasien entführt. Mit sehr viel Power dargeboten wurde das Stück Flashing Winds (Musik: Jan van der Roost), man hatte das Gefühl, dass die Kirche bebte. Sehr ruhig, melodisch und klangvoll wurde das von Jan van der Roost arrangierte Stück „Der Mond ist aufgegangen“ präsentiert. Krönender Abschluss war das Stück „Music“ (Musik: John Miles, Arrangement: R.Beck).
Fazit: Das Konzert war eine bemerkenswerte und wunderschöne Darbietung unter der exzellenten Leitung von Reinhold Mai.

Mainzer Allgemeine Zeitung, 18.06.2010

Blasmusik hinter Gittern

KONZERT Musikverein „Lyra“ Mainz-Ebersheim/Lörzweiler gastiert in Justizvollzugsanstalt Rohrbach
(te). In seiner mittlerweile 106-jährigen Geschichte hat der Musikverein Lyra Mainz-Ebersheim/Lörz-weiler schon zu den verschiedensten Gelegenheiten und in vielfältigen Umgebungen gespielt. Nun gastierte das Orchester im Gemeinschaftsraum der Justizvollzugsanstalt (JVA) Rohrbach und obwohl man vor zwei Jahren schon einmal hier konzertiert hatte, war es für die beteiligten Musikerinnen und Musiker wieder ein besonderer Auftritt.
„In Erinnerung bleiben wird zweifelsohne die Begeisterungsfähigkeit der männlichen und weiblichen Häftlinge. Es war für uns berührend, wie sie mitgegangen sind und super applaudiert haben. Das hinterlässt ein Gänsehautgefühl bei allen Musikern“, sagt Lyra-Vorsitzender Alfred Muscheid.
Unter der Leitung seines Dirigenten Reinhold Mai präsentierte das Oberstufenorchester einen ebenso unterhaltsamen wie anspruchsvollen musikalischen Cocktail. Mit Stücken wie „Santana“ mit Nina Adrian am Solo-Saxophon, einem von Johan de Meij arrangierten Medley aus James Bond-Filmen, dem „Honky Tonk Ragtime“ oder der Pop-Ballade „Mac Arthur Park“ traf man offenbar den Geschmack des Publikums, wie der Applaus belegte. Das galt im besonderen Maße für den Marianne Rosenberg-Ohrwurm „Er gehört zu mir“, bei dem vor allem die weiblichen Häftlinge den Text lauthals mitsangen. Aber auch ruhigere Titel wie das von Matthias Schreiber gespielte Trompeten-Solo „Tränen lügen nicht“ in einem Arrangement Pavel Staneks gefielen.
Als das einstündige Konzert mit dem Sousa-Marsch „Washington Post“ zu Ende ging, erklatschten sich die JVA-Insassen zwei Zugaben, von denen vor allem der Dixieland-Klassiker „Ice Cream“ für Stimmung sorgte.
Magnus Schneider, stellvertretender Leiter der JVA, organisiert das kulturelle Programm für die Gefangenen. „In diesem Jahr dominiert natürlich der Sport mit der Fußball-WM“, erinnert Schneider auf die auf dem Anstaltssportplatz unter Insassen-Teams vor kurzem ausgespielte WM (die AZ berichtete). In den nächsten Monaten werden noch zwei Rockbands im Gefängnis auftreten. In der Weihnachtszeit will Schneider einen bekannten Spitzenchor aus der Region für ein Konzert in der JVA gewinnen.

Mainzer Allgemeine Zeitung, 11.05.2010

Orchester unterm Zirkuszelt

JAHRESKONZERT Musikverein Lyra stellt in Hohberghalle Vielseitigkeit unter Beweis
Von Margit Dörr
„Wir sind sicher, dass wir Sie begeistern können“, versprach der Vorsitzende des Musikvereins Lyra Mainz-Ebersheim / Lörzweiler den vielen Gästen, die zum traditionellen Jahreskonzert in die Hohberghalle gekommen warten. Die Dekoration der Bühne – ein aus rot-weißem Stoff angedeutetes Zirkuszelt – wies auf den Mittelpunkt des Programms hin. Das Orchester hatte sich die Aufgabe gestellt, den „Kinderzirkus“, ein Werk des 2006 verstorbenen niederländischen Komponisten Jan Koetsier, aufzuführen. Am Ende der Veranstaltung sprach Dirigent Reinhold Mai seinen Musikern ein großes Lob aus, dass sie sich auf dieses höchst anspruchsvolle Musikstück eingelassen und es bravourös dargeboten hätten. Verschiedene klassische Zirkusnummern wurden mit den Instrumenten, die oftmals solistisch oder in kleinen Ensembles zu hören waren, dargestellt. Verspielter Walzer-Rhythmus deutete die Leichtigkeit der Seiltänzerin an. Das tiefe Brummen der Tuba ließ den tapsigen Tanzbär vor dem inneren Auge lebendig werden. Auch die Auftritte dreier Clowns – von tollpatschig bis melancholisch – wurden von Fagott, Trompete und Klarinette lautmalerisch vorgestellt.
Passend zum „Kinderzirkus“ gab es den Marsch „Einzug der Gladiatoren“, den „Zirkusmarsch schlechthin“, wie es Moderator Bernd Thiele formulierte. Neben dem 1809er Marsch, den die Lyra-Musiker mit eigenen Texten gesanglich untermalten und dem unter Ehrendirigent Vinzenz Christ als Zugabe gespielten „Alten Kameraden“, zeigte das Orchester auch seine ganz moderne Seite: Mit „A Tribute to Michael Jackson“ brachte es bekannte Hits des verstorbenen Popidols auf die Bühne. So eingängig „Thriller“ oder „Heal the World“ sind, so schwer seien sie doch zu spielen, versicherten die Musiker.
Mit dem „Shaker Song“ präsentierte die Lyra eine weitere Facette ihres Könnens. Mit Congas und typischen Percussionsinstrumenten zauberten sie hier mit dem virtuosen Solisten am Saxophon, Sebastian Meyer, südamerikanische Stimmung auf die Bühne. Die war schon vorher fühlbar bei dem Stück „Caribbean Summer“, das das Jugendorchester unter der Leitung von Ute Leis zum Besten gab. Bunte Hawaiiketten schmückten die jungen Musikerinnen und Musiker, als sie mit Sambarhythmen das Publikum in die Südsee entführten.
Viel Applaus gab es für die anspruchsvolle Filmmusik „Slumdog Millionaire“, die die Jugend gemeinsam mit den „Großen“ präsentierten. Das Nachwuchsorchester steht ebenfalls unter Leitung von Ute Leis. Noch mehr von den jungen Orchestern wird am 19. Juni um 19 Uhr in Ebersheim in der Töngeshalle zu hören sein, wenn sie unter dem Motto „Viva la Lyra“ ihr Konzert geben und für Nachwuchs werben.
Für 25-jährige aktive Mitgliedschaft geehrt wurden Tobias Schmitz und Uwe Schmidt vom Verein und vom Diözesanverband der katholischen Bläserchöre, vertreten durch Peter Höflich.

PRPort, 07.01.2010

Landrat Schick verleiht Ehrennadeln des Landes Rheinland-Pfalz

Vier Bürger aus Ockenheim, Guntersblum und Lörzweiler ausgezeichnet
Mit der Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz zeichnete Landrat Claus Schick in der Kreisverwaltung in Ingelheim vier Bürger des Landkreises Mainz-Bingen aus. Die Lörzweiler Vinzenz Christ und Robert Lang erhielten die Auszeichnung ebenso wie Frank Frey aus Guntersblum und Dr. Herbert Schnädter aus Ockenheim. „Die ehrenamtlichen Leistungen kann man gar nicht hoch genug bewerten für unsere Gesellschaft. Wir alle profitieren ungemein vom selbstlosen und unentgeltlichen Einsatz der Ehrenämtler“, lobte Landrat Schick.
Vinzenz Christ und Robert Lang aus Lörzweiler wurden für Ihre ehrenamtlichen Verdienste um den Musikverein Lyra Mainz-Ebersheim/Lörzweiler ausgezeichnet. Während Christ Mitbegründer und 1. Vorsitzender des Musikvereins war und zudem viele Jahre als Dirigent fungierte, initiierte Lang den Zusammenschluss des Musikvereins, war lange Jahre als 2. Vorsitzender tätig und feierte 2009 zudem sein 65-jähriges Vereinsjubiläum als aktiver Musiker. Beide sind Ehrendirigent beziehungsweise –mitglied des Musikvereins Lyra und auch noch auf andere Weise ehrenamtlich aktiv. Christ ist Mitglied im Gemeinderat Lörzweiler und ehrenamtlicher Richter, Lang erledigt seit Jahrzehnten nicht nur für den Musikverein Lyra viele handwerkliche Arbeiten sondern auch für die Kirchengemeinde und engagiert sich außerdem bei den Lörzweiler „Heinzelmännchen“, die ehrenamtlich viele Handwerksarbeiten für die Ortsgemeinde übernehmen. […]

Mainzer Allgemeine Zeitung, 29.06.2009

Jugendorchester trumpft auf

KONZERT Erster großer Auftritt in Lörzweiler
Bunt wie die Luftballons, mit der die Hohberghalle liebevoll dekoriert war, war das Programm der beiden Jugendorchester des Musikvereins Mainz-Ebersheim/Lörzweiler. Die insgesamt 55 Jugendlichen werden musikalisch von Ute Leis geleitet.
Mit dem „Banana Boat Song“ eröffnete das „kleine“ Orchester in der vollbesetzten Halle das Konzert. Es war der erste größere Auftritt der 20 zwischen acht und dreizehn Jahre alten Kinder, die seit der Jugendwerbeaktion im Oktober 2008 zusammen musizieren. Zum Stück „Carneval in Rio“ kamen die „dicken“ also die großen und tiefen Instrumente zum Einsatz, wie der kleine Moderator erklärte. Bei „Strike Force“, einem eher ernsten Stück, wurden die höheren Instrumente samt ihren Spielern vorgestellt. Hierbei mussten die jungen Spieler auf schöne Töne achten, wie dem Auditorium erklärt wurde.
Poppige Choreografie
Kleine choreographische Elemente beim „Popcorn Prelude“, wie das Hochspringen der Maiskörner im Topf – in diesem Fall der Musiker – rundeten die Leistung der Jüngsten ab.
Dass die Kleinen auf dem besten Weg sind, zeigten sie in den gemeinsam mit den Größeren präsentierten Varianten zur Eurovisionshymne. Orchestermitglied Sarah Reuter führte in gekonnter Weise durch das Programm der Größeren.
Obwohl sie vor der „Pizzicato-Polka“ von Johann und Josef Strauß darauf hinwies, dass das Stück sehr schön klinge, wenn alle Vorzeichen gespielt würden, wurde das hohe Niveau bei diesem klassischen Werk und vorher bei dem langen abwechslungsreichen „Open Air“ hörbar.
Im mysteriös klingenden „Creepy Critters“ gab Ute Leis den Taktstock an Orchestermitglied und „Zweitdirigenten“ Tony Müller ab, der seine Kollegen sicher durch das Stück führte.
„Keine Sorge um Zukunft“
Bei dem Medley aus Abba-Melodien und beim Radetzky-Marsch wurde es eng auf der Bühne, denn das „erwachsene“ Orchester ließ es sich schließlich nicht nehmen, sich gemeinsam mit seinem Nachwuchs zu präsentieren.
Alfred Muscheid, der Vorsitzende des Musikvereins, freute sich am Ende über das gelungene Konzert der Lyra-Jugend und meinte: „Wenn man das sieht und hört, braucht man sich über die Zukunft keine Gedanken mehr zu machen.“ Besonders dankte er der Dirigentin Ute Leis und der Jugendleiterin Anne Karcher, die die organisatorische Leitung der Jugendarbeit inne hat und für die Dekoration verantwortlich war.
Zum ersten Mal kamen bei diesem Konzert auch die Instrumente – ein kompletter Orchestersatz – zum Einsatz, die mit Unterstützung der Ehrenamtsförderung des Kreises Mainz-Bingen angeschafft worden waren.

 

 

Mainzer Allgemeine Zeitung, 19. Mai 2009

Lyra Ebersheim/Lörzweiler unterhält mit musikalischer Reise

EBERSHEIM/LÖRZWEILER. JAHRESKONZERT Zwischen Europa und Amerika hin- und herpendeln durften die Zuhörer in der vollbesetzten Töngeshalle beim Jahreskonzert des Musikvereins Lyra Mainz- Ebersheim/Lörzweiler. Stimmten die Musiker eben noch schwungvoll mit „Fanfara e Danza“ vom zeitgenössischen Berliner Komponisten Klaus-Peter Bruchmann auf den Abend ein, ging es dann sofort weiter über den großen Teich nach Chicago. Im „Chicago Festival“ von dem deutschen Komponisten Markus Götz wurde dem Auditorium das bunte Treiben der riesigen Stadt dargebracht.
Klassische europäische Musikstücke wie Konzertwalzer, Polka oder Marsch wechselten mit Melodien aus Übersee ab. So gab es ein Arrangement mit den bekanntesten Liedern aus dem Musical „Westside Story“ zu hören. In beeindruckender Weise spielten sechs Trompeter aus dem Orchester „Trumpet Lullaby“, ein äußerst schwung- und temperamentvolles Wiegenlied.
Natürlich gab es bei dem abwechslungsreichen Konzert auch Jazz zu hören. „Mittendrin im Pariser Leben der Zwanziger Jahre“, wie der Moderator des Abends, Bernd Thiele, meinte, fühlte man sich bei Gershwins Stück „Ein Amerikaner in Paris“. Zu einer Fahrt mit einer Dampflok durch Amerika wurden die Zuhörer eingeladen bei „Chattanooga Choo Choo“, einem bekannten Jazzstück, das Glenn Miller populär machte.
Die „South Rampart Street Parade“ entführte in die Straßen von New Orleans. Hierbei legte Dirigent Reinhold Mai den Taktstock zur Seite und spielte selbst ein Posaunensolo. Immer wieder bereicherten die Orchestermusiker das anspruchsvolle Programm, das im Schwierigkeitsgrad „Oberstufe“ angesiedelt ist, mit ihrem solistischen Können.
Dass die „Lyra“ keine Nachwuchssorgen haben muss, zeigten die beiden Jugendorchester des Vereins. Die 20 Kinder im Alter zwischen 8 und 13, die erst seit einem Jahr zusammenspielen, präsentierten fröhlich und unbekümmert den „Banana Boat Song“ und ein „Popcorn Prelude“ gemeinsam mit ihrer Leiterin Ute Leis. Sie führt auch im 43 junge Musikern zählenden A-Orchester den Dirigentenstab, das „Mozart goes West“ und den Rockklassiker „Smoke on the Water“ flott und fetzig interpretierte.
Auf zusammen 180 Jahre Musikverein Lyra blicken Robert Lang, Vinzenz Christ und Georg Mai zurück und wurden vom Vorsitzenden Alfred Muscheid mit Urkunden geehrt. Auch Peter Höflich vom Diözesanverband der katholischen Bläserchöre sprach ihnen seinen Dank aus.

Mainzer Allgemeine Zeitung, 20. Juni 2008

Bläser treten hinter Gittern auf

Musikverein „Lyra“ begeistert in Vollzugsanstalt
te. WÖLLSTEIN Blasmusik im Gefängnis – geht das denn? Es geht und zwar sehr gut, wie das Gastspiel des Musikvereins „Lyra“ Mainz-Ebersheim/Lörzweiler in der Justizvollzugsanstalt Rohrbach zeigte. Mit einem bunten Querschnitt aus seinem Repertoire schaffte es das Oberstufenorchester auf Anhieb, die gut 70 männlichen und weiblichen Gefangenen, die in den Feierraum der Vollzugsanstalt gekommen waren, für seine Art von Musik einzunehmen.
Dass sich die in rot-türkisfarbener Anstaltskleidung gewandeten Zuhörer bewusst für den Besuch des Konzertes entschieden hatten, verdeutlicht Magnus Schneider, stellvertretender Leiter der JVA: „In dieser Stunde haben die Gefangenen normalerweise Zeit zur freien Verfügung, können also Skat spielen, gemeinsam fernsehen oder sich anderweitig unterhalten.“ Spätestens beim zweiten Stück, den „Moments for Morricone“ mit Filmmusik des legendären Komponisten der Filmmusik zu den Italo-Western der sechziger Jahre, sprang der Funke auf die Zuhörer über.
Unter der Leitung von Reinhold Mai, Solo-Posaunist des rheinland-pfälzischen Polizeiorchesters, gaben die 40 Akteure Kostproben ihres vielfältigen Könnens. So erklangen ein Mix aus dem Musical „Starlight Express“, die großen Erfolge der Latin-Rock-Legende Carlos Santana und die Titelmelodien beliebter Fernsehserien beim „TV-Kultabend“. Offenbar lag der Musikverein „Lyra“ mit den ausgewählten Stücken richtig, denn jeder Titel wurde von den Häftlingen mit deutlich hörbaren Beifallskundgebungen bedacht. Den lautstarken Forderungen nach einer Zugabe kam der Klangkörper aus dem Mainzer Raum gerne nach und intonierte „Elvis in Concert“, das passenderweise vom „Jailhouse Rock“ eingeleitet wurde.
Magnus Schneider, der sich eingangs selbst als „Kulturminister des Gefängnisses“ bezeichnet hatte, dankte dem Orchester, das unentgeltlich aufgetreten ist. „Zur Resozialisierung der Gefangenen gehören auch kulturelle Veranstaltungen wie diese“, stellte Schneider im AZ-Gespräch fest. Als nächstes steht eine Autorenlesung auf dem Programm – Titel: „Freche Frauen“.
Ein positives Fazit des Konzertes in der JVA zieht Lyra-Vorsitzender Alfred Muscheid: „Anfangs gab es eine gewisse Anspannung bei uns allen, umso bewegter waren wir von den Reaktionen der Gefangenen auf unsere Musik.“ Muscheid wünschte sich, auch bei anderen Auftritten auf ein so begeisterungsfähiges Publikum zu stoßen. „Unsere Bedenken waren im Nu verflogen“, so Muscheid.

Mainzer Allgemeine Zeitung, 29. April 2008

„’Lyra‘ lässt Hexen tanzen“

Jahreskonzert des Musikvereins aus Ebersheim und Lörzweiler
Von Petra Escher
LÖRZWEILER Sonnenschein und wolkenloser Himmel – da konnte man auf dem Weg zum Jahreskonzert des Musikvereins „Lyra“ Ebersheim/Lörzweiler den Regenschirm getrost zu Hause lassen. Aber ihn deshalb gleich an den Nagel oder sogar an die Decke hängen? Die „Lyra“ tat´s. Grund für die ungewöhnliche Dekoration der Hohberghalle war eines der Hauptwerke des Konzertabends „Mary Poppins“. Das beliebte Kindermädchen zierte samt Erkennungszeichen auch das Bühnenbild, was den Zuhörern den Stellenwert des Stückes bei den Musikern vermittelte.
Flott und beschwingt spielte sich die „Lyra“ durch bekannte Melodien des Musicals. Unbeschwert angehen konnten es die Aktiven auch, nachdem der anspruchsvolle Konzertauftakt mit dem Majestätischen Königsmarsch, Brahms´ Ungarischem Tanz Nr. 1 und dem Hexentanz „La Tregenda“ aus Puccinis Erstlingsoper „Le Villi“ geglückt war.
Hatte Moderator Bernd Thiele noch vorausgesagt: „Sie werden die Hexen fliegen hören“, mussten die Musiker all ihr Können abrufen, um das schwierige Arrangement von Armin Suppan mit rasanten Melodien und wilden Wirbeln auf die Bühne zu zaubern. Sicher angeleitet vom erfahrenen „Hexenmeister“ am Taktstock, Reinhold Mai, gelang dies der Lyra ausgezeichnet.
Mit einem breit gefächerten Repertoire aus Klassik, modernen Klängen und traditioneller Blasmusik wusste das Orchester zu überzeugen. So folgte der schwungvoll-begeisternden „Funk-Attack“ Franz Watz´ „Solistentraum“ für Tenorhorn/Bariton mit Bernward Lang, Andreas Roos, Bernd Thiele und Ottmar Vollmer. Aber auch der Klarinetten-Satz mit Thomas Ehlke, Ute Leis, Ann-Christine Karcher, Toni Müller und Markus Vollmer trat für das Solo-Stück „Optimisten Polka“ in den Vordergrund. Unterhaltsames lieferte das Stück „Clown´s Carnival“, in dem Scott Richards die Melodie „Mein Hut, der hat drei Ecken“ auf vielfältige Weise verarbeitet hat. Vertraute Klänge wie „Jailhouse Rock“ oder „Return to sender“ erwarteten die Zuhörer beim Medley „Elvis in Concert“, das mit einem fulminanten Ende aufwartete. Ausgiebiger Applaus und stehende Ovationen waren der Dank des Publikums.
Einen Beweis für die beeindruckende Musikerstärke der „Lyra“ mit fast 90 Aktiven stellte der gemeinsame Auftritt „Just a closer Walk with Thee“ von Jugend- und „großem“ Orchester dar. Die Jugend präsentierte mit „Best of Queen“ und John Williams´ „Movie Adventures“ mit Melodien aus Star Wars, E.T. und Jurassic Park unter der Leitung von Ute Leis aber auch alleine eine beachtliche und solide Leistung.
Ein besonderer Abend wurde das Konzert für Bürgermeister Alois Kremer, der im 50. Jahr seiner aktiven Mitgliedschaft zum Ehrenmitglied ernannt wurde und einen „Goldenen Notenschlüssel“ erhielt. Markus Vollmer erhielt die Vereinsnadel in Silber für 25 Jahre aktives Musizieren. „Es macht Spaß, in diesem Verein Musik zu machen“, betonte Kremer – und dies war an diesem Abend wieder einmal nicht zu überhören.

Mainzer Allgemeine Zeitung, 13. Dezember 2007

„Da staunen die erfahrenen Musiker“

Dirigentin Ute Leis präsentiert die Jugendensembles der „Lyra“/In kurzer Zeit viel dazugelernt
te. LÖRZWEILER Von Renaissance und Klassik bis zu Harry Potter und den Beatles spannte sich der musikalische Bogen beim vorweihnachtlichen Konzert der Jugendensembles des Musikvereins „Lyra“ Mainz-Ebersheim/Lörzweiler in der Pfarrkirche St Michael.
Als am Ende das Publikum die jungen Akteure mit anhaltendem Beifall belohnte, konnte auch Ute Leis zufrieden den Dirigentenstab sinken lassen. Die neue musikalische Leiterin des Lyra-Nachwuchses hatte beide Jugendorchester mit etwa 40 Jungen und Mädchen erst vor vier Monaten von Karen Schreckegast-Humm übernommen, die zuvor über neun Jahre hinweg mit viel Engagement in dieser Position gewirkt hatte.
Ute Leis führte Vor- und Jugendorchester des Musikvereins „Lyra“ mit zupackendem Dirigat zu einer feinen Leistung, die dem Vorstand das beruhigende Gefühl vermittelte, dass die musikalische Zukunft des Vereins bei Ute Leis in besten Händen ist. „Ich habe zunächst viel am Klang gearbeitet, darauf geachtet, dass die Melodiebögen ausgespielt werden“, erklärte die Dirigentin im Gespräch mit der AZ. In Zukunft will sie einen „gewissen Standart“ festigen und mit dem Jugendorchester verstärkt nach außen gehen. „Vielleicht nehmen wir auch mal an einem Wettbewerb teil, denn es ist nicht gut, immer im eigenen Saft zu schmoren“, meinte Ute Leis weiter.
„Im großen Orchester lauschte manch einer mit offenem Mund“, würdigte Vorsitzender Alfred Muscheid die Leistung des Nachwuchses. „Was hier in nur vier Monaten auf die Beine gestellt wurde, ist wirklich toll“, so Muscheid. Der Dank des Vorsitzenden galt aber auch den Eltern. Er ermunterte sie, ihre Kinder weiterhin auf ihrem musikalischen Weg zu unterstützen. Im Sommer 2008 stehe bereits die nächste Jugendwerbeaktion an.
Das von Saxophonistin Sarah Reuter mit Charme und Esprit moderierte Programm wurde mit dem „Wyndham March“ eröffnet, dem die Ballade „Fawkes the Phoenix“ aus dem Film „Harry Potter und die Kammer des Schreckens“ folgte. Während das Vororchester weihnachtliche Klänge intonierte, steuerte das fortgeschrittene Jugendorchester über drei Sätze aus Tschaikowskys „Nussknacker-Suite“ zielstrebig auf die musikalischen Höhepunkte des Konzertes zu: „The Best of Beatles“ und André Waigneins „Song and Dance“. Bei diesen beiden Werken zeigte sich die musikalische Substanz des Orchesters, auf der Ute Leis in den nächsten Wochen und Monaten aufbauen kann.
Die Flötengruppe unter der Leitung von Constanze Rabi komplettierte den musikalischen Reigen, wobei die beiden Solistinnen Deborah Rabi und Elisabeth Heckmann bei einem Telemann-Menuett beeindrucken konnten. Mit einem reizvollen Arrangement des Adventschorals „Macht hoch die Tür“ wurde die Brücke zwischen Jung und Alt geschlagen: Vor-, Jugend- und großes Lyra-Orchester setzten gemeinsam den musikalischen Schlusspunkt.

Mainzer Allgemeine Zeitung, 22. Mai 2007

„Eine ganze Stadt voller Musik“

‚Lyra‘ und Zornheimer Ensemble in Würzburg
Von Thomas Ehlke
EBERSHEIM/LÖRZWEILER/ZORNHEIM Rund 400 Orchester mit 18000 Musikern und rund 250000 begeisterte Besucher machten das Deutsche Musikfest (DMF) in Würzburg zu einem unvergesslichen Erlebnis für den Musikverein „Lyra“ Ebersheim/Lörzweiler und die Musikfreunde Zornheim.
Eine ganze Stadt voller Klänge: Der Musikverein „Lyra“ zeigte bei zwei jeweils einstündigen Konzerten die Vielseitigkeit seines Repertoires. Eine besondere Ehre für Dirigent Reinhold Mai und seine 42 Musikerinnen und Musiker war es, in der DMF-Konzertarena spielen zu dürfen. Auf der großen Bühne im Innenhof des Würzburger Bürgerspitals traten ansonsten nur Auswahl- und Profiorchester auf, wie etwa die Symphonic Wind-Band der Universität Shanghai. Vom nach ihnen spielenden chinesischen Ausnahmeorchester liehen sich die Rheinhessen die Kesselpauken – was belegt, dass Musik keine Grenzen kennt.
Das Publikum beeindruckte der Musikverein „Lyra“ mit Werken aus seinem jüngsten Jahreskonzert, wie etwa zwei Sätzen aus Schostakowitschs „Jazz Suite Nr. 2“. Hinzu gesellten sich unter anderem die „Festmusik der Stadt Wien“ von Richard Strauss, ein Santana-Medley und das Bravour-Stück für fünf Querflöten „Flying Flutes“. Als die sieben Posaunisten bei „Lassus Trombones“ am Ende des Konzertes spielend durch die Reihen des Publikums gingen, ernteten sie und das Orchester einen stürmischen Schlussapplaus.
Nicht minder erfolgreich verlief das Platzkonzert im Würzburger Hofbräu-Garten, wo die Lyra mit unterhaltsamen Stücken die Menge in Stimmung brachte. „Wir haben uns hier sehr gut geschlagen und nehmen viele Eindrücke mit nach Hause, die die weitere Arbeit in unserem Verein sicher positiv beeinflussen wird“, bilanziert „Lyra“-Vorsitzender Tobias Schmitz. Die Auftritte beim Deutschen Musikfest seien ein Meilenstein in der mittlerweile 103-jährigen Geschichte des Vereins. „Nach unserem jüngsten Jahreskonzert ein weiterer Höhepunkt, für den wir dankbar sind.“
Die Musikfreunde Zornheim erlebten das Deutsche Musikfest noch intensiver. Sie waren im Gegensatz zur „Lyra“ die kompletten vier Tage beim Fest und nahmen auch an der Abschlussveranstaltung teil, bei der rund 7 000 Musikerinnen und Musiker im Beisein von Schirmherr Bundespräsident Horst Köhler die Nationalhymne intonierten.
„Das war schon ein tolles Gemeinschaftserlebnis“, sagt Gerhard Blüm. Für den Dirigenten der Musikfreunde und sein 42-köpfiges Orchester war jedoch die Teilnahme am Wertungsspiel der Höhepunkt des Würzburg-Trips. Mit „Toccata for Band“ von Frank Erickson und Kurt Gäbles „Zeitenwende“ erspielten sich die Musikfreunde Zornheim in der Mittelstufe die Note „sehr gut“ und damit das zweitbeste Prädikat, das zu erreichen war. „Damit sind wir sehr zufrieden“, zeigt sich Gerhard Blüm erfreut über das gute Abschneiden.
Ein von vielen Besuchern beachtetes Platzkonzert vor der Musikmesse des DMF und die Teilnahme am abschließenden Festumzug rundeten die eindrucksvollen Tage für die Zornheimer ab. „Es hat allen großen Spaß gemacht, auch wenn manches ziemlich anstrengend war“, bilanziert der Zornheimer Dirigent Gerhard Blüm.

Mainzer Allgemeine Zeitung, 09. Mai 2007

„Mit fremden und vertrauten Klängen“

Jahreskonzert des Musikvereins Lyra Ebersheim/Lörzweiler bietet anspruchsvolle Unterhaltung
Von Alexander Gajic
EBERSHEIM Anspruchsvoll und zugleich unterhaltsam sollte das Programm des Jahreskonzerts werden, zu dem der Musikverein Lyra Ebersheim/Lörzweiler unter der Leitung von Reinhold Mai in die Töngeshalle eingeladen hatte. Der musikalischen Darbietung und dem begeisterten Applaus der Zuschauer nach zu urteilen wurden beide Ziele mit Bravour erreicht. „Das Frühjahrskonzert im Mai ist jedes Jahr der Höhepunkt des Vereinslebens“, sagte Vorsitzender Tobias Schmitz. Das Orchester habe sich ein halbes Jahr darauf vorbereitet.
Zum Auftakt spielt zunächst das Jugendorchester des Vereins, zusätzlich verstärkt durch die jüngsten Mitglieder des „Nachwuchsorchesters“, unter der Leitung von Karen Schreckegast-Humm. Hier sitzt noch nicht jeder Ton perfekt, doch spätestens bei dem Monty-Python-Song „Always look on the bright side of life“ haben die rund 40 Kinder das Publikum fest auf ihrer Seite.
Gekleidet in braune Jacketts betreten die Erwachsenen die Bühne und präsentieren nach einer Fanfare aus Paul Dukas Ballett „La Péri“ direkt den ersten Höhepunkt des Abends. Dmitri Schostakowitschs „Suite für Jazzorchester Nr.2“ klingt zwar trotz des Namens für deutsche Ohren kaum nach Jazz, wie Moderator Bernd Thiele erläuterte, stellt aber für die Musiker eine besondere Herausforderung dar. Von schnellen Läufen beherrschte Marsch- und Walzersätze verlangen große Fingerfertigkeit von Klarinettisten und Flötisten.
Der zweite Teil des Konzerts bietet einen Kontrast zur eher klassisch gehaltenen ersten Hälfte. Den Anfang macht George Gershwins „Strike up the Band“, gefolgt von einem Stück aus Michael Flatleys Erfolgsrevue „Lord of the dance“. Eingeleitet von einer traditionellen irischen Flöte, schwingt sich der Song schnell zu einer furiosen Disco-Nummer empor. Das Duett „Elephant und Mücke“ bildet einen weiteren Höhepunkt, nicht zuletzt weil die im Stück erzählte musikalische Liebesgeschichte in der Realität ihr Gegenstück gefunden hat: Constanze und Gabor Rabi, deren Piccoloflöte und Tuba den Löwenanteil des Stückes bestreiten, sind seit vielen Jahren verheiratet.
Mit dem Medley „TV Kultabend“, das aus den Titelmelodien neun verschiedener Fernsehshows besteht, kamen erneut vertraute Klänge zu Gehör. Als bei der Zugabe „Lassus Trombones“ acht Posaunen blasend durch den Saal marschieren, kennt das Publikum kein Halten mehr: Mit anhaltendem Applaus wird der Musikverein belohnt.

Mainzer Allgemeine Zeitung, 13. Dezember 2006

„Jugendorchester spielt Mozart. Weihnachtliche Klänge mit Musikverein ‚Lyra’“

red. EBERSHEIM Alljährlich zeigt der Nachwuchs des Musikvereins „Lyra“ Mainz-Ebersheim/Lörzweiler sein Können bei einem Konzert zum Advent in St. Laurentius. Auch diesmal war die katholische Pfarrkirche wieder gut gefüllt, als die rund 40 jungen Musikerinnen und Musiker des Jugend- und des Nachwuchsorchesters vorweihnachtliche Klänge zu Gehör brachten.
Aber nicht nur Musik zur Vorweihnachtszeit stand auf dem Programm, das Karen Schreckegast-Humm als musikalische Leiterin mit den beiden Ensembles in den letzten Monaten eingeübt hat. Und so startete der musikalische Reigen mit Wilhelm Koenens „Ceremonial Winds“, einem interessanten Beispiel symphonischer Blasmusik, das an die jungen Akteure einige Anforderungen stellte, die aber nahezu mühelos gemeistert wurden.
Passend zum Mozart-Jahr hatte Karen Schreckegast-Humm den zweiten, mit Adagio übertitelten Satz aus dem berühmten Klarinetten-Konzert in A-Dur des Komponisten-Genius ausgewählt. Dirigentin und Orchester dürfen sich glücklich schätzen, mit Ann-Christine Karcher über eine Solistin zu verfügen, die das Werk mit schöner Tongebung, souveräner Spieltechnik und feinnervigem musikalischen Gespür zu einem Hörgenuss werden ließ.
Ein weiteres „Schmankerl“ servierte der Klarinettensatz des Jugendorchesters mit Leroy Andersons „Sleigh ride“. In die Phalanx der vorgetragenen anglo-amerikanischen Weihnachtsklänge („Jolly old St. Nicolas“, „Jingle bells“, „Rudolph, the red-nosed Reindeer“) schlich sich ein rosaroter Panther, als das Jugendorchester Henry Mancinis bekannte Musik zur Krimikomödie „The Pink Panther“ spielte. Bevor die Musiker des „großen“ Lyra-Orchesters gemeinsam mit den Nachwuchsensembles „Trumpet voluntary“ zu Gehör brachten, verabschiedete sich das Jugendorchester musikalisch mit Bing Crosbys immergrünem Wunsch nach einer „White christmas“ – und dies mit dem ebenso reiz- wie anspruchsvollen Arrangement Naohiro Iwais.

Mainzer Allgemeine Zeitung, 13. November 2004

„Blitzendes Blech zum Jubiläum. Konzert und Workshop mit ‚Harmonic Brass’“

Von Thomas Ehlke und Melanie Bergermann
LÖRZWEILER Sie sind Flugzeugquartettspieler, Hobby-Psychiater, Mobiltelefonisten und „Rumgrächtler“. Doch vor allem sind die fünf Ensemblemitglieder von „Harmonic Brass“ eines: hervorragende Musiker. Dass das Blechbläserquintett aus München zu den führenden Formationen des Genres zählt, stellte es bei seinem Konzert in der Pfarrkirche St. Michael unter Beweis. Dort sorgte „Harmonic Brass“ vor 250 Zuhörern für einen weiteren Höhepunkt im Jubiläumsjahr des Musikvereins „Lyra“ Mainz-Ebersheim/Lörzweiler, der heuer bekanntlich seinen 100. Geburtstag feiert.
Die Münchener präsentierten sich als eine zu vollkommener Harmonie verschmolzene Einheit von Solisten, die ihre Instrumente so beherrschen, dass man in jeder Phase des Konzerts den Eindruck hatte, als handele es nicht um die Interpretation höchst anspruchsvoller Musik, sondern um einen lustvollen Spaziergang durch den weitläufigen Garten der ernsten und heiteren Muse – und das alles mit einer gehörigen Portion Charme und Selbstironie. Nichts zu spüren von der harten künstlerischen Arbeit hinter den Kulissen und den Strapazen, die jährlich 150 Konzerte im In- und Ausland mit sich bringen.
Die leichtfüßige Spielfreude, mit der Hans Zellner, Jürgen Gröblehner (Trompeten), Andreas Binder (Horn), Thomas Lux (Posaune) und Manfred Häberlein (Tuba) agierten, beeindruckte bereits eingangs bei der Ouvertüre aus Händels „Feuerwerksmusik“.
Die musikalische Seele des Ensembles sind die farb- und kontrastreichen Arrangements aus der Feder Hans Zellners. Die feinnervige Musikalität des 1. Trompeters kam besonders in seiner Version von Ravels „Bolero“, BoDllmanns reizvoller „Suite Gothique“ und „Tres do Brasil“ zur Geltung.
Dass das Waldhorn sich auch trefflich für jazzige Improvisationen eignet, zeigte Andreas Binder beim Klassiker „Brasil“, in dem er sich mit Zellner atemberaubende solistische Dialoge lieferte. Binder ist zudem der Schalk des Ensembles. So lässt er sehr zur Freude des Publikums kaum eine Gelegenheit aus, seine Kollegen zu necken.
Die Abteilung Humor besetzt bei „Harmonic Brass“ zudem Trompeter Jürgen
Gröblehner, der mit viel Esprit durch das Programm führte. Das hielt mit „A Tribute to Barbara Streisand“, Jan Koetsiers Originalwerk „Kleiner Zirkusmarsch“ und dem Zeichentrickfilm-Medley „Mouse and Friends 2“ weitere Schmankerln bereit. Doch damit nicht genug. Bei
der Zugabe brach Tubist Manfred Häberlein alle Geschwindigkeitsrekorde auf seinem tiefen Instrument.
Fazit: Ein Konzerterlebnis, das die Lust auf ein Wiederhören weckte.
Tags darauf hatte der Musikverein „Lyra“ zu einem Blechbläser-Workshop mit „Harmonic Brass“ eingeladen. 30 Posaunen-, Tuba-, Horn- und Trompetenspieler beteiligten sich daran. Abschluss war ein gemeinsames Musizieren beim sonntäglichen Festgottesdienst in St. Michael. „Aus den unterschiedlichen Charakteren und Talenten eine Band zu formen, die am Ende auch gemeinsam auf der Bühne steht, ist kein Problem“, erzählt Posaunist Thomas Lux. Die Anfänger würden von den Fortgeschrittenen mitgezogen.
In München treffen sie sich die fünf Musiker von „Harmonic Brass“ täglich zum Proben, unterhalten ein eigenes Konzertbüro und Musikfachgeschäft. „Irgendwann waren wir so erfolgreich, dass es sich aufgedrängt hat, die Musik zum Hauptberuf zu machen“, berichtet Jürgen Gröblehner.

 

Mainzer Allgemeine Zeitung, 30. April 2002

Mit „Figaro“ durch den Dschungel.

Musikverein „Lyra“ Mainz-Ebersheim/Lörzweiler begeistert bei Jahreskonzert
Von Christopher Hühleck
LÖRZWEILER Mit Pauken und Trompeten ging es in der Hohberghalle zu. Der Musikvereins „Lyra“ Mainz-Ebersheim-Lörzweiler hatte zu seinem Frühjahrskonzert geladen und begeisterte eine gut gefüllte Halle mit einem Programm verschiedenster musikalischer Couleur. Allein der optische Eindruck der adrett in blau, schwarz und weiß gewandeten Musiker und Musikerinnen sprach für die Ausstrahlung des etablierten Ensembles. Unter der Leitung von Reinhold Mai zelebrierte die „Lyra“ ein Feuerwerk musikalischer Leckerbissen verschiedenster Epochen. Dies zeigte sich etwa bei der „Cavatina“ des „Figaro“ aus der Oper „Der Barbier von Sevilla“ von Gioacchino Rossini aus dem Jahre 1816. Gekonnt interpretierte Solist Bernd Thiele auf dem Euphonium die Irrungen und Wirrungen der Liebesgeschichte. Ebenso verlieh man der Filmmusik „Songs of the Wizz“, einer Anlehnung an das Musical „Der Zauberer von Oz“, besondere Ausdruckskraft. Die farbenreiche Musik stammte aus der Feder von Altmeister Quincy Jones und war ohne Zweifel einer der Höhepunkte des Abends. Ob monumentale und spritzige Töne einer Revue oder verrückte und zirkuläre Tonfolgen, die stark an das akustische Innenleben eines Zirkuszeltes erinnerten die verschiedensten Stile fanden Eingang in das Stück. Den zweiten Programmteil des Abends leitete Posaunistin Eva Vollmer in einem extravaganten Gesangsduett mit ihrer Schwester Ruth zum Musical „Elisabeth“ ein. Die marschartigen Intermezzi der folgenden Selektion aus dem Musical paarten sich mit einem nahezu endlosen Reigen in sich verschlungener Tonsequenzen. Mit der „African Connection“ von Carl Wittrock entführte das Ensemble in die eindrucksvolle Natur des schwarzen Kontinents. Die Interpretation des Lebens im Dschungel von Sonnenaufgang bis zum Abend strotzte vor Eleganz und Anmut. Ein furioses Finale gelang mit einem Medley der größten Erfolge der Jazz-Rock-Kultband „Blood, Sweat & Tears“. Mit gebannten Blicken folgte ein begeistertes Publikum dem mehr als zweieinhalbstündigem Programm, durch das Bernd Thiele ebenso unterhaltsam wie informativ führte, und bedankte sich mit frenetischem Applaus bei dem überzeugenden Orchester. In anhaltendem Beifall konnte sich eingangs auch das 40-köpfige Jugendorchester sonnen, das unter der Leitung von Karen Schreckegast-Humm Filmmusiken aus „The Pink Panther“ und „Harry Potter“ erklingen ließ. Doch nicht nur Musikalisches gab es an diesem Abend. Für 25 Jahre aktive Mitgliedschaft erhielt Markus Deiß die Ehrennadel in Silber und die Ehrung durch den Vertreter des Diözesan-Verbandes Peter Höflich. Ebenso erging es seinem Musikerkameraden Lorenz Schuster, der für 40 Jahre aktive Mitgliedschaft die Ehrennadel in Gold erhielt und zum Ehrenmitglied des Verbandes ernannt wurde.

Mainzer Allgemeine Zeitung, 06. März 2002

’Lyra’ fürs Jubiläum eingenordet.

Musikverein „Lyra“ nimmt bereits stramm Kurs auf sein Festjahr 2004 Flaggschiff: Aktive Jugendarbeit
LÖRZWEILER/MAINZ-EBERSHEIM (red) Der alte Vorstand des Musikvereins „Lyra“ ist auch der neue. Das Vereinsruder bleibt weiterhin in den Händen von Tobias Schmitz, der mit Vorstandscrew und Jubiläumsausschuss Kurs auf ein großes Ziel hält: den 100. Geburtstag des Vereins im Jahre 2004. In jüngster Generalversammlung im Ebersheimer „Fuchsbau“ wurden dazu die Segel gesetzt. Über eine bewegte Fahrt des Vereinsschiffs legte Schriftführer Bernward Lang Zeugnis ab, der die vergangenen zweieinhalb Jahre seit der letzten Zusammenkunft Revue passieren ließ. Mit durchschnittlich je 44 Proben und Auftritten pro Jahr absolvierten die 45 Musikerinnen und Musiker unter ihrem Dirigenten Reinhold Mai wieder ein ansehnliches Pensum. Höhepunkte waren einerseits die Jahreskonzerte, wobei das jüngste Konzert in der Ebersheimer Töngeshalle erstmals unter einem Motto stand: „Musik aus Film und Fernsehen“. Zudem hob Lang die gelungenen Ausflüge nach Belgien und in den Kurpfalzpark hervor. Kassierer Markus Deiß berichtete über eine ausgeglichene Kassenlage, wobei er die außerordentlichen Anstrengungen der „Lyra“ auf dem Gebiet der Nachwuchsausbildung beleuchtete. Rund 41000 Mark gab der Verein dafür im Berichtszeitraum aus. Zwar sei ein Großteil dieser Kosten durch Elternbeiträge an den Unterrichtsgebühren wieder hereingekommen, dennoch zeige diese Summe die Bereitschaft zu aktiver Jugendarbeit. Eine tadellose Kassenführung bescheinigte Kassenprüferin Nina Wilhelm, woraufhin Kassierer Deiß und Vorstand einmütig entlastet wurden. Zur Formsache wurde die geringfügige Anhebung des Mitgliedsbeitrags auf 15 Euro im Jahr. Tobias Schmitz rief alle Aktiven und jeden der Freunde und Gönner des Vereins auf, bei der Vorbereitung und Durchführung des 100-jährigen Jubiläums 2004 mitzuhelfen. „Wir wollen die Aufgaben auf möglichst viele Schultern verteilen, denn der Vorstand alleine wäre damit überfordert“, begründete der Lyra-Vorsitzende die Gründung eines Jubiläumsausschusses. Es sei jede helfende Hand und jeder kreative Kopf willkommen. Neue Mitglieder im Vorstand sind die beiden Beisitzer Manuela Engmann und Bernd Thiele. Ansonsten setzt sich das Führungsgremium wie folgt zusammen: Vorsitzender Tobias Schmitz, Zweiter Vorsitzender Thomas Ehlke, Schriftführer Bernward Lang, Kassierer Markus Deiß, Beisitzer Fred Hawryluk und Markus Vollmer. Dem Musikausschuss gehören Reinhold Mai, Bernward Lang, Markus Deiß, Stefan Deiß, Uwe Schmitt und Andreas Asel
an. Nächstes Ziel ist das Jahreskonzert, das am Samstag den 27. April um 20 Uhr in der Lörzweiler Hohberghalle stattfindet. Auf dem Programm stehen unter anderem exotische Klänge bei der „African Connection“, Auszüge aus dem Musical „Elisabeth“ und Jazz-Rock-Klassiker von „Blood, Sweat & Tears“

Mainzer Allgemeine Zeitung, 19. Dezember 2001

„Musik ist keine Frage des Alters“

MAINZ- EBERSHEIM/LÖRZWEILER (red) Davon ausgehend, dass der Applaus noch immer das Brot des Künstlers ist, brauchte das Jugendorchester des Musikvereins „Lyra“ Mainz-Ebersheim/Lörzweiler bei seinen vorweihnachtlichen Kirchenkonzerten in den beiden Gemeinden nicht zu verhungern. Das Können der mehr als 30 Mädchen und Jungen war aller Ehren wert und das quittierte das Publikum mit anhaltendem Applaus. Die Tatsache, dass die 11- bis 16-jährigen erst vor zweieinhalb Jahren mit dem Instrumentalunterricht begonnen haben, lässt diese Leistung noch bemerkenswerter erscheinen und belegt den Erfolg der engagierten Arbeit von Orchesterleiterin Karen Schreckegast-Humm. Die ausgebildete Musikpädagogin und Trompeterin des rheinland-pfälzischen Polizeimusikkorps weckt bei ihren Schützlingen die Freude am Musizieren. Wie sonst wäre es möglich gewesen, Ed Huckebys Arrangement von Tschaikowskys „Nussknacker-Suite“ oder Wilhelm Koenens Originalwerk „Ceremonial Winds“ zu spielen. Gelungen war auch die Interpretation des Intermezzos aus Pietro Mascagnis Oper „Cavalleria Rusticana“. Trompeten können aber auch leise, einfühlsame Klänge hervorbringen, wie die Trompeten-Riege des „Lyra“-Jugendorchesters bei „Have yourself a merry little christmas“ bewies. Dem wollten die Klarinetten in ihrem Solo „The little drummer boy“ natürlich nicht nachstehen, wobei Stefan Gilsdorf gekonnt den Titelpart an der kleinen Trommel ausführte. Doch Gilsdorf war nicht der einzige Solist des Konzertes. Matthias Schreiber hatte sich den Beifall für sein Trompeten-Solo bei der Titelmusik zum Kino-Erfolg „Sofies Welt“ mehr als verdient. Dass man auch mit sieben Jahren schon Beachtliches aus der Trompete hervorzaubern kann, zeigte Nicole Hawryluk, die gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen von der Instrumentalgruppe, dem Nachwuchs des Jugendorchesters, „The flying man on the trapez“ und „Fröhliche Weihnacht überall“ zu Gehör brachte. Begleitet wurde die Gruppe dabei von Monika Lang am Keyboard. Musik ist keine Frage des Alters. Das zeigte sich bei dem mit dem großen „Lyra“-Orchester gemeinsam vorgetragenen Adventschoral „Macht hoch die Tür“. Ein swingendes Ende verlieh das Weihnachtslied „We wish you a merry christmas“ dem Konzert. „Lyra“ Chef Tobias Schmitz dankte Karen Schreckegast-Humm anschließend mit einem Blumenstrauß für ihren
Einsatz. Der Verein nimmt neue Kinder und Jugendliche auf.

Mainzer Allgemeine Zeitung, 27. November 2001

Musizieren fördert die Intelligenz.

Musikverein „Lyra“ betreibt aktive Nachwuchswerbung / Kooperation mit Schulen der Region

MAINZ-EBERSHEIM / LÖRZWEILER (red) „Das geht leichter als ich dachte“, sagt Anne-Kathrin. Die Zehnjährige ist stolz, der Posaune auf Anhieb einen kräftigen Ton entlockt zu haben. In der Ebersheimer Schulturnhalle herrscht reges Treiben: wie Anne-Kathrin probieren auch
andere Kinder und Jugendliche Holz- und Blechblasinstrumente aus. Rund 30 junge Musikinteressierte sind mit ihren Eltern der Einladung des Musikvereins „Lyra“ Mainz-Ebersheim/Lörzweiler gefolgt. Der Tag der Jugendmusik schließt die erfolgreiche Nachwuchswerbung des Vereins ab. Die begann mit einer praxisbezogenen Instrumentenkunde im Rahmen des schulischen Musikunterrichtes. Dafür konnte der Verein den Musiklehrer Uwe Schmitt gewinnen, der an den Grundschulen in Lörzweiler, Nackenheim, Mommenheim und Mainz-Ebersheim den Stundenplan der Dritt- und Viertklässler durch das Fach Blasmusik ergänzte. „Als Neunjähriger war ich ein verschüchterter Junge, der einen roten Kopf bekam, wenn er vor Leuten etwas sagen sollte. Das ist heute nicht mehr so“, lenkte Schmitt den Blick der Eltern auf die vielfältigen positiven Aspekte des aktivieren Musizierens. Wissenschaftlich belegt sei, dass dadurch Sozialverhalten, Selbstwertgefühl und Intelligenz gefördert würden. Schmitt’s Fazit: „Durch Musik wird man intelligenter, als wenn man vor dem Computer herum sitzt.“ Wie weit Kinder und Jugendliche schon nach knapp drei Jahren instrumentaler Ausbildung kommen können, belegte eindrucksvoll das „Lyra“-Jugendorchester unter seiner Leiterin, der studierten Musikpädagogin Karen Schreckegast-Humm. Vorsitzender Tobias Schmitz kündigte den Anfängern in spe an, dass sie nicht nur professionellen Instrumentalunterricht bekommen, sondern auch jede Menge Spaß haben werden, wenn es etwa zum Probenwochenende auf große Fahrt in eine Jugendherberge geht.

Mainzer Allgemeine Zeitung, 15. Mai 2001

Vom River Kwai aus bis nach Casablanca

Musikverein „Lyra“ lässt Hollywoods Filmmusiken hochleben. Zwischen Jazz und Groove
stw. MAINZ-EBERSHEIM/LÖRZWEILER Die Szene ließ kaum Zweifel zu: Eine Bar, ein Mann mit Schlapphut inhaliert tief seine Zigarette und aus dem Klavier tönt diese Melodie… Nur, warum sitzt da Monika statt Sam an den Tasten? „Hör mit Deinen Ohren, Kleines!“ wollte man als Zuhörer in Anlehnung an das berühmte Filmzitat aus „Casablanca“ fast rufen, denn das Jahreskonzert des Musikvereins „Lyra“Mainz-Ebersheim/Lörzweiler war ganz der Filmmusik gewidmet. Trotz brütender Hitze vor der Tür rissen Hits und weniger bekannte Stücke aus Streifen von der „Brücke am Kwai“ bis zu „Star Trek“ in der Ebersheimer Töngeshalle das Publikum mit. Die Auswahl war ansprechend: Wer kennt nicht das sanfte „As Time Goes By“ (Piano: Monika Lang) aus dem Kultfilm „Casablanca“, vom Orchester mit Spannung erzeugenden Uptempo- Nummern versetzt? Geriet die prägnante „20th Century Fox“-Fanfare im 21. Jahrhundert noch etwas zur Einspielübung, bewiesen die Musikerinnen und Musiker unter der Leitung von Reinhold Mai bei der „Charlie Chaplin Collection for Concert Band“ sogleich, was sie wirklich können. Mal swingend, mal verspielt mutierte das Orchester zur jazzvernarrten Riesencombo, führte die Zuhörer vom Stummfilm hin zum Tonfilm: „1941 oder Wo bitte geht’s nach Hollywood?“ lautete nicht nur der Titel einer Pearl-Harbor-Parodie, sondern auch der des zugehörigen mitreißenden Militär- marschs. Den kannten wahrscheinlich die wenigsten, im Gegensatz zum „Raides March“ aus „Indiana Jones“: Aus der Titelmelodie des „Jägers des verlorenen Schatzes“ holten die Lyra-Bläser auch das letzte Quäntchen Groove heraus und steigerten die rhythmische Faszination bis zum bombastischen Schlussakkord. Von „Evita“, „Das Boot“ und James Bond kündeten die Filmplakate an den Wänden der Halle, das Orchester hatte sich bei einem musikalisch vielfarbigen Flug durch die Star-Trek-Welt allerdings ganz auf Walt-Disney-Filme eingeschossen. Und das nicht zu Unrecht: Mal melancholisch, mal lebendig tänzelnd entwickelten sie die Melodien aus „Der Glöckner von Notre Dame“ zu einem wunderbar harmonischen Kunstwerk, bevor das Dschungelbuch die Zuhörer erfasste: Dem jazzigen Groove von „Ich wär so gern wie Du“ und „Probiers mal mit Gemütlichkeit“ konnte sich niemand entziehen. „Seit 1969 immer wieder ein Kino-Hit“, verkündete Moderator Bernd Thiele, der witzig durchs Programm führte und mit dem unvermeidlichen „Harry, hol schon mal den Wagen“, den melancholischen „Derrick“-Soundtrack als erste Zugabe ankündigte. So mancher Zuhörer jedenfalls dürfte Lust auf Kino bekommen haben: Bernd Thiele nämlich verloste jede Menge Freikarten. Einen musikalisch anspruchsvollen Konzertnachmittag bot die „Lyra“ Mainz-Ebersheim/Lörzweiler ihrem Publikum bei einem Spaziergang durch die Welt der Filmmusik.

Mainzer Allgemeine Zeitung, Mai 1999

Flöten fliegen über blaue Planeten

Konzert des Musikvereins „Lyra“ Mainz-Ebersheim/Lörzweiler. Neuer Präses ehrt Mitglieder
Von Robert A. Poldt
MAINZ-EBERSHEIM/LÖRZWEILER Nach „Saga“ im vergangenen Jahr widmete sich der katholische Kirchenmusikverein „Lyra“ nun einem weiteren Oeuvre des Komponisten Kurt Gäble. „Der blaue Planet“ war das zentrale Werk des aktuellen Jahreskonzerts in der Ebersheimer Töngeshalle übertitelt. Mit den Ausdrucksmitteln der Blasmusik nähert sich Gäble darin den Problemstellungen unserer Zeit. Den Widerstreit zwischen der Harmonie von Mensch und Natur einerseits und der Zerstörung des Planeten durch den gedankenlosen Umgang mit den Ressourcen andererseits setzte der Tonkünstler in farbige, facettenreiche Klangsprache um. Ein Opus, das eine große Herausforderung für das 51-köpfige Orchester darstellte. Eine Herausforderung, die mit beeindruckendem Spiel angenommen und gemeistert wurde, wenn auch in den einleitenden „offenen“ Holzbläserpassagen die Konturen etwas verwischten. Reinhold Mai führte das Ensemble mit schnörkellosem, pointierten Dirigat um die Klippen des reizvollen Oberstufenwerkes. Klassische Nuance den Einstieg in den zweieinhalbstündigen konzertanten Reigen schaffte man mit Kees Vlaks „Concert Fanfare“. Aus der Feder des holländischen Komponisten spielte man im weiteren Verlauf zudem die „New York Ouverture“. Die von rhythmischen Aufbrüchen gekennzeichnete Collage über den „Big Apple“ bediente sich durchgängig Motiven der „Westside Story“. Die klassische Nuance des „Lyra“-Repertoires vertraten heuer Dvoraks „Slawischer Tanz Nr. 8“ und Johann Strauß Ungarische Schnellpolka „Eljen a Magyar!“. Dynamisch fein und rhythmisch ausgereift, verdiente sich das Orchester hierbei gute Noten. Mit der „Fanclub-Polka“ verabschiedete man sich in die Pause. Ein besonderes Schmankerl servierten die „Lyra“-Musikerinnen und -Musiker mit Roland Kreids äußerst eigenwilliger Bearbeitung des Schubertschen „Der Lindenbaum“. Das altbekannte Lied vom Brunnen vor dem Tore erklang zunächst im strengen vierstimmigen Blechbläsersatz, um sich dann in fünf Variationen im Stil von James Last, Glenn Miller, Ernst Mosch, Spike Jones und Peter Herbolzheimer wiederzufinden. Ein musikalisches Bonbon, das so ganz nach dem Geschmack von Publikum und Orchester war. Einer weiteren Größe aus dem „showbiz“ erwies der Musikverein mit einem jazzigen Medley seiner größten Hits seine Referenz: Frank Sinatra. Kein Konzert ohne Solisten. Diesmal stellten sich Eva Vollmer und Tobias Scheidemantel an der Posaune als standfeste „Schluckspechte“ in dem gleichnamigen Bravourstück Kurt Ferstels vor, wofür sie zweierlei Lohn erhielten: den Beifall des Publikums und zwei Gläser Wein, die Ehrendirigent und Satzkollege Vinzenz Christ servierte allerdings waren die Gläser am Tablett festgeklebt. Wie es sich anhört, wenn 80 Finger virtuos über die Klappen von acht Querflöten hinwegjagen, zeigte das Flötenregister des Orchesters bei den „Flying Flutes“. Dass der Musikverein „Lyra“ sich rechtzeitig Gedanken um seinen musikalischen Nachwuchs gemacht hat, belegte der Zweite Vorsitzende Tobias Schmitz mit seinem Hinweis auf das Jugendorchester, in dem seit Jahresbeginn 45 Anfänger ihre ersten Schritte auf musikalischem Terrain gehen. Dem neuen Diözesanpräses Markus Kölzer und dem „Lyra“-Vorsitzenden Alfred Muscheid war es vorbehalten, verdiente Mitglieder zu ehren. Ein halbes Jahrhundert gehört Jakob Deiß dem Orchester an; auf 40 Jahre bringen es Georg Mai und Alois Kremer, während Stefan Deiß Nadel und Urkunde für 25-jährige Vereinszugehörigkeit ans Revers geheftet wurde. Die mit stürmischem Schlußapplaus geforderten Zugaben „Billy Joel Selection“ und „Deutschmeister Regiments-Marsch“ beendeten eine musikalische Reise, auf der die „Lyra“ erneut markante Akzente setzen konnte. Musikalische Akzente setzte der Musikverein „Lyra“ Mainz-Ebersheim/Lörzweiler bei
seinem Jahreskonzert in der Töngeshalle.

Mainzer Allgemeine Zeitung, November 1998

Lautstärke ist dämpfbar

Musikverein „Lyra“ wirbt um Nachwuchs für ein neues Jugendorchester
MAINZ-EBERSHEIM/LÖRZWEILER Instrumentalunterricht ist teuer. Wer seinem Kind den Luxus dennoch gönnen möchte, muß bei einem Privatlehrer 60 Mark und mehr pro Stunde auf den Tisch legen. Dagegen haben Musikvereine im allgemeinen eher Nachwuchssorgen. Von Steffen Weyer: „diese beiden Probleme geht der Musikverein „Lyra“ an, der in Mainz-Ebersheim und Lörzweiler beheimatet ist“. „Mit der Gründung eines Jugendorchesters möchten wir den Jugendlichen eine Ausbildung bieten, aber natürlich auch den Nachwuchs für den Verein sichern“, erklärt der Zweite Vorsitzende, Tobias Schmitz. Zahlreiche Eltern und Kinder waren zu der Veranstaltung „Lyrajugend musiziert“ in die Ebersheimer Töngeshalle gekommen, um sich über Vereinsarbeit und Ausbildung zu informieren. Musiklehrer Uwe Schmitt gab Antworten auf die Frage, weshalb Kinder unbedingt ein Musikinstrument erlernen sollten: Dabei werden das Auffassungsvermögen, das logische Denken, die mechanische Umsetzung und die Phantasie geschult. „Noten sind wie Hieroglyphen“, verdeutlicht er den Eltern die Komplexität des Denkens, die den Kindern beim Musizieren vermittelt wird. Dadurch entwickelten sich auch intellektuelle Möglichkeiten der Kinder besser. Schmitt stellt die Instrumente vor, die in einem Blasorchester vorkommen. Warum gehört das Saxophon zu den Holzblasinstrumenten, wo es doch aus Metall ist? Das Unterscheidungsmerkmal liegt nicht im Material, sondern in der Art, wie die Töne verändert werden: bei den Holzbläsern durch das Öffnen und Schließen von Löchern, bei den Blechbläsern durch das Betätigen von Ventilen, die den Luftstrom durch Verlängerungsrohre leiten. Die „Lyra“-Musiker illustrierten die Erklärungen mit Beispielstücken und boten unter Leitung von Reinhold Mai einen bunten Querschnitt ihres Repertoires. „Kann man auch mit Zahnspange ein Blasinstrument erlernen?“ Nach der Präsentation bestürmten Eltern die „Lyra“-Musiker mit Fragen. „Das ist kein Problem“, beruhigte Schmitt. Einzig müßten die Hände groß genug sein, um alle Klappen oder Ventile des Instruments erreichen zu können. Auch Befürchtungen, die Instrumente seien zu laut für zu Hause, wirkte er entgegen: „Man kann Blasinstrumente und Schlagzeug auf Zimmerlautstärke dämpfen.“ Ab Januar soll der Unterricht in kleinen Gruppen zu erschwinglichen Preisen beginnen. Parallel dazu wird das Jugendorchester aufgebaut. „Es ist wichtig, dass die Kinder nicht nur alleine üben, sondern gleich wissen, wozu sie das tun“, betonte Uwe Schmitt.

Rhein Main Presse, 06. Mai 1998

Multimediales Spektakel besonderer Güte

Stehende Ovationen beim Jahreskonzert des Musikvereins ‚Lyra’
…Der Andrang beim Jahreskonzert 1998 des Musikvereins „Lyra“ Mainz-Ebersheim/Lörzweiler übertraf die kühnsten Erwartungen der Organisatoren. Die Zuhörer sollten den Weg in die überfüllte Hohberghalle nicht bereuen! Das Ensemble unter Reinhold Mai brachte ein anspruchvolles, variables Programm zur Aufführung. Zu einem multimedialen Spektakel wurde das Konzert durch die per Kamera übermittelten Liveprojektionen auf einer überdimensionalen Videoleinwand.

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